"Für mich ist die menschliche Figur am interessantesten."
Francis Bacon
Ausstellung / Exhibition / Exposición / Exposition
27.05.–03.07.2010
FRANCIS BACON
(Dublin 1909 – 1992 Madrid)
FRANCIS BACON – THE PRINTS

10. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Œdipe & the Sphinx after Ingres, 1983"
(Oedipus & die Sphinx nach Ingres, 1983)
Farblithographie 1984
127,7 x 89,5 cm Abb. 117 x 86 cm
Auflage ca. 150 Exemplare
Tacou 17
[18679]
Zur Ausstellung erscheint ein kleinen Katalog mit 38 Seiten,
26 farbigen Abbildungen und einem Vorwort von Janna Oltmanns.
Für den Betrag von Euro 5 senden wir Ihnen den Katalog im Inland gerne zu.
Außerdem haben Sie hier auch die Möglichkeit den
Katalog virtuell durchzublättern (linke Maustaste online durchblättern oder
rechte Maustaste downloaden Empfehlung: downloaden) der Katalog ist als
PDF Datei abgelegt und kann mit dem Adobe Reader gelesen werden.
Sollten Sie den Adobe Reader nicht installiert haben, können Sie diesen unter
folgender Adresse downloaden: http://www.adobe.de.
FRANCIS BACON – THE PRINTS
"… ich bin ein sehr optimistischer Mensch." "Ich fände es schön, das Leben zu feiern, und ich denke auch immer, dass ich das tue. Aber dann kommen die Neurosen meines Jahrhunderts dazwischen, die Neurosen der Zeit, in der ich lebe."
Dies sagt der irische Maler Francis Bacon (Dublin 1909 – 1992 Madrid) 1991 in einem Interview kurz vor seinem Tod. Es ist ein Statement, das die konträren psychischen als auch künstlerischen Dispositionen Bacons widerspiegelt.
1945 löst das Triptychon "Drei Studien zu Figuren am Fuße einer Kreuzigung" (1944) einen ersten Skandal aus und auch ein großer Teil des folgenden Œuvres zieht das Publikum aufgrund der singulären Maltechnik, aber vor allem
aufgrund der unmittelbaren und oft gewalttätigen Ausdruckskraft in den Bann. Den abgründigen, erschütternden Gemälden steht der Gentleman und belesene Bacon mit seiner Korrektheit gegenüber, der keineswegs die Absicht hat,
nur die dunkle Seite der menschlichen Existenz darzustellen. "Ich setze mich nur damit auseinander, wie das Leben allgemein ist." Und für Bacon ist es ein Leben mit "viel Krieg": Als Kind erlebt er den Ersten Weltkrieg, im
Teenageralter leidet er unter seiner Homosexualität – die er auch später noch als "Gebrechen" bezeichnet, im Zweiten Weltkrieg birgt er als Sanitäter die Verletzten der Bombenangriffe auf London. Zweimal verliert er nach
langjähriger Beziehung einen Liebespartner, erst Peter Lacy, dann George Dyer. Er lebt ein Leben im Exzess zwischen Atelier, Bar und Casino, zwischen Sadomasochismus, Drogen- und Alkoholkonsum, behält jedoch stets seinen
ungewöhnlich scharfen Verstand und große Diszipliniertheit bezogen auf seine künstlerische Tätigkeit.
Francis Bacon ist Maler. Dennoch entscheidet er sich wahrscheinlich Anfang der 1970er Jahre dafür, zeitgleich oder kurz nach Entstehung Lithographien und Radierungen in limitierter Auflage von seinen Gemälden anfertigen zu
lassen. Mit seiner eigenhändigen Signierung und Nummerierung dieser graphischen Arbeiten unterstreicht er seine Wertschätzung für die entstandenen Lithographien, Aquatintaradierungen und Offsetlithographien. Der Galerie
Boisserée ist es gelungen, 26 der vermutlich insgesamt 54 entstandenen Graphiken zusammenzutragen. So bietet die Kölner Ausstellung einen umfassenden Einblick in die Bilderwelt von "Englands berühmtesten Maler seit William
Turner" ("The Independent"), dessen Ruhm 2008 im Verkauf seines "Triptychon 1976" für 86,3 Millionen US-Dollar gipfelt.
Isoliert im Zentrum seiner Arbeiten steht entweder ein Tier oder Kadaver, ein Portrait, doch meist die menschliche Kreatur, die in ihrer häufig verkrüppelten, torsohaften und blutig-fleischigen Erscheinung zum Ausdruck
extremer Gewalt, Sexualität und schicksalhaften Daseins wird. In einem nicht näher zu bestimmenden Raumgefüge entstehen Szenen voller Dynamik, Unschärfe und partieller Unkenntlichkeit, die selbst in den berühmten
Triptychen selten einen narrativen Charakter haben, sondern vielmehr einzelne Fassetten der Baconschen Wirklichkeit wiedergeben.
Der überzeugte Autodidakt Bacon hat sich intensiv mit der Kunstgeschichte auseinandergesetzt. Als er 1927 in Paris eine Ausstellung von Picasso sieht, ist er tief von dessen klassischen Zeichnungen beeindruckt.
Ebenso spiegeln sich Werke des Expressionismus, Surrealismus, der Romantik, des späten Goyas, Michelangelos oder Rembrandts in seinen Arbeiten wieder. Fotografien, beispielsweise die Bewegungsstudien von Muybridge,
Aufnahmen von Athleten, Freunden, Geliebten oder ihm selbst, verarbeitet er ebenfalls in seinen menschlichen Studien. Trotz aller Bezüge bleibt sein Œuvre im Technischen wie Inhaltlichen singulär. Vom Beginn seiner
Karriere bis heute hat sein Werk generationenübergreifend Faszination ausgelöst. Seine Arbeiten mögen viele schockieren, doch berühren sie spätestens nach genauerer Betrachtung in ihrer Schonungslosigkeit das existenziell Menschliche in uns.
Janna Oltmanns
Sie können sich hier alle Exponate der Ausstellung anzusehen:
Werke / Works of art / Trabajos / Œuvres d'art

1. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Second version of Painting 1946, 1971"
(Zweite Version von Gemälde 1946, 1971)
Farb-Offsetlithographie 1971
80,9 x 59 cm
Auflage ca. 150 Exemplare
Tacou 1
[18745]

2. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Triptych, in memory of George Dyer, 1971"
(Triptychon, in Erinnerung an George Dyer, 1971)
Farb-Offsetlithographie 1975
85,6 x 61 cm Abb. 75,5 x 55,8 cm
Auflage ca. 200 Exemplare
Tacou 5
[18671]

3. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Selfportrait No 2, 1973"
(Selbstportrait No 2, 1973)
Farblithographie 1976
102 x 72,5 cm Abb. 85 x 63,5 cm
Auflage ca. 180 Exemplare
Tacou 7
[18672]
"Ich will keine Geschichte erzählen. Ich habe keine Geschichte zu erzählen.
Ich mag die Kahlheit des Bildes. Ich möchte mich schockieren.
Man könnte sagen, dass der Schock eine Form des Ausdrucks ist.
Aber was für eine Art Ausdruck, das weiß ich nicht.
Es ist ein visueller Schock.
Es ist kein Schock, den man durch eine Geschichte bekommt."
Francis Bacon

4. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Figure Writing Reflected in a Mirror, 1976"
(Schreibende Figur reflektiert in einem Spiegel, 1976)
Farblithographie 1976
102 x 72,5 cm Abb. 85 x 63,5 cm
Auflage ca. 180 Exemplare
Tacou 8
[18673]

5. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Three Studies for a Selfportrait, 1979"
(Drei Studien zu einem Selbstportrait, 1979)
Farblithographie 1981
47 x 103,5 cm Abb. 32,5 x 28 cm
Auflage ca. 185 Exemplare
Tacou 11
[18674]

6. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Triptych inspired by Oresteia of Aeschylus, 1981"
(Triptychon angeregt durch die Orestie des Aischylos, 1981)
Farblithographie 1981
53,5 x 103,5 cm Abb. 40 x 30 cm
Auflage ca. 150 Exemplare
Tacou 12
[18675]



7. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Triptych 1974-1977"
(Triptychon 1974-1977)
3 Farbaquatintaradierungen 1981
65 x 49,5 cm Pr. 38,5 x 29,4 cm
Auflage ca. 248 Exemplare
Tacou 13
[18676]

8. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Triptych, 1983"
(Triptychon, 1983)
Farblithographie 1983
86,2 x 60,6 cm Abb. 67 x 50 cm
Auflage ca. 180 Exemplare
Tacou 14 (B)
[18677]

9. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
"Seated Figure, 1983"
(Sitzende Figur, 1983)
Farbaquatintaradierung 1983
101,5 x 71 cm Pr. 72,5 x 54 cm
Auflage ca. 243 Exemplare
Tacou 15
[18678]
"Ich arbeite viel besser im Chaos.
Ich könnte nicht in einem aufgeräumten Raum arbeiten.
Das wäre unmöglich für mich.
... Das Chaos erzeugt in mir Bilder."
Francis Bacon

10. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Œdipe & the Sphinx after Ingres, 1983"
(Oedipus & die Sphinx nach Ingres, 1983)
Farblithographie 1984
127,7 x 89,5 cm Abb. 117 x 86 cm
Auflage ca. 150 Exemplare
Tacou 17
[18679]

11. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
"Study of a Human Body after Ingres, 1982"
(Studie zu Torso nach Ingres, 1982)
Farblithographie 1984
88 x 60,5 cm Abb. 62 x 46 cm
Auflage ca. 180 Exemplare
Tacou 18
[18680]

24. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Three Studies of Male Back, 1970"
(Drei Studien männlicher Rückenansichten, 1970)
Farblithographie 1987
81 x 59,5 cm Abb. 60,5 x 45 cm
Auflage ca. 99 Exemplare
Tacou 21 (A)
[18784]

12. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Three Studies of Male Back, 1970"
(Drei Studien männlicher Rückenansichten, 1970)
Farblithographie 1987
81 x 59,5 cm Abb. 60,5 x 45 cm
Auflage ca. 99 Exemplare
Tacou 21 (B)
[18681]

13. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Three Studies of Male Back, 1970"
(Drei Studien männlicher Rückenansichten, 1970)
Farblithographie 1987
81 x 59,5 cm Abb. 60,5 x 45 cm
Auflage ca. 99 Exemplare
Tacou 21 (C)
[18682]

14. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Study for a Portrait of John Edwards, 1986"
(Studie zu Portrait John Edwards, 1986)
Farblithographie 1987
94 x 68,3 cm Abb. 68,8 x 50,5 cm
sign. num.
Auflage ca. 180 Exemplare
Tacou 23
[18198]
"Ich hoffe, dass meine Bilder wie ein Spiegelbild der Realität oder eine Nachempfindung der Realität aussehen. Aber eigentlich bedeutet doch beinahe jede Realität Schmerz.
... Wenn ich sage, dass Realität Schmerz ist, dann heißt das, dass ich wirklich versuche, die Realität aufzuschnappen, beim Malen, beim Anfertigen eines Bildes.
... Wenn etwas hart ist, dann denken die Leute, dass es Leiden sei.
Tatsächlich glaube ich nicht, dass meine Sachen irgendetwas mit Schmerz zu tun haben."
Francis Bacon



15. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Triptych August 1972, 1972"
(Triptychon August 1972, 1972)
3 Farblithographien 1989
89,5 x 62,5 cm Abb. 65,5 x 48,5 cm
Auflage ca. 180 Exemplare
Tacou 24
[18726]

16. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Study for a Bullfight, 1987"
(Studie zu einem Stierkampf, 1987)
Farblithographie 1984
94,5 x 68 cm Abb. 68,2 x 55,5 cm
Auflage ca. 180 Exemplare
Tacou 27
[18683]
"Ich hoffe, in meinen Portraits ein Abbild ihrer Köpfe zu schaffen anstelle eines eigentlichen Portraits. Es hat keinen Zweck ein Portrait zu malen. Es sei denn, es sieht aus wie die Person.
Aber es neu zu machen und zwar so, dass es sich wieder zurück in die Person verwandelt ohne eine Illustration zu sein, das ist ein wirkliches Problem."
Francis Bacon

25. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Study of portrait II, after the Life of William Blake, 1955"
(Studie zu Portrait II, nach Das Leben von William Blake, 1955)
Farblithographie 1991
80 x 60 cm Abb. 59,5 x 50 cm
Auflage ca. 60 Exemplare
Tacou 29
[18780]

17. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "3 Studies for a Portrait of Peter Beard I"
(3 Studien zu Portrait Peter Beard I)
Farbaquatintaradierung und Kaltnadel 1976
38 x 28 cm Pr. 26,5 x 22,6 cm
Auflage ca. 155 Exemplare
Tacou 33
[18700]

18. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Figure at a Washbasin, 1976"
(Figur an einem Waschbecken, 1976)
Farbaquatintaradierung und Kaltnadel 1978
67,4 x 52 cm Pr. 47,5 x 36 cm
Auflage ca. 146 Exemplare
Tacou 35
[18702]

19. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
nach "Study for the Human Body, 1981"
(Studie für den menschlichen Körper, 1981)
Farblithographie 1981
45 x 33 cm
Auflage ca. 175 Exemplare
Tacou 36
[18686]

20. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
"Miroir de la tauromachie, Michel Leiris"
(Spiegel des Stierkampfes, Michel Leiris)
Farblithographie 1990
48 x 36 cm
Auflage ca. 155 Exemplare
Tacou 37 (A)
[18687]

26. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
"Miroir de la tauromachie, Michel Leiris"
(Spiegel des Stierkampfes, Michel Leiris)
Farblithographie 1990
48 x 36 cm
Auflage ca. 155 Exemplare
Tacou 37 (C)
[18783]

22. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
"Miroir de la tauromachie, Michel Leiris"
(Spiegel des Stierkampfes, Michel Leiris)
Farblithographie 1990
48 x 36 cm Abb. 25 x 21 cm
Auflage ca. 155 Exemplare
Tacou 37 (D)
[18689]

23. Francis Bacon
(Dublin 1909 - 1992 Madrid)
"Derrière le Miroir"
Vollständige Revue mit 5 Farblithographien und 13 Reproduktionen 1966
38 x 28 cm
[18747]