Michael Craig-Martin


Ausstellung

18.04.2007–26.05.2007 (anlässlich der ART COLOGNE 2007/Kölner Premieren)

Patrick Caulfield (London 1936 - 2005 London)

Michael Craig-Martin (geb. 1941 Dublin)

Julian Opie (geb. 1958 in London)

"The Medium is the Message"


Zur Eröffnung am Mittwoch, den 18. April 2007 um 18.00 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.


Zur Ausstellung erscheint ein kleiner Katalog mit 60 Seiten und 84 farbigen Abbildungen zum Preis von Euro 5.

 

Fast alle Exponate der Ausstellung "The Medium is the Message" können auch hier angesehen werden.

 

"The Medium is the Message"

Zur ART COLOGNE 2007 und den Kölner Premieren zeigt die Galerie Boisserée Arbeiten der Künstler Patrick Caulfield, Michael Craig-Martin und Julian Opie, die zu den wichtigen Vertretern der britischen zeitgenössischen Kunst gehören. Die Ausstellung umfasst ca. 70 Exponate druckgraphischer, computeranimierter und am Computer realisierter Arbeiten.

Die Arbeiten erinnern an die stilistischen Konventionen der Pop Art. Patrick Caulfield, Michael Craig-Martin und Julian Opie interessieren sich jedoch weniger für die Themen der Massenkommunikation. Sie interessieren die vielfältigen Möglichkeiten der Darstellung, die ihnen die neuen Medien und Medientechnologien bieten. Sie bedienen sich der Computer, der Mittel digitaler Bildbearbeitung und der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten des Mediums. Sie nutzen aufwendigste drucktechnische Verfahren und haben eine eigene, universelle Bild- und Formensprache der modernen Welt entwickelt.

Gemeinsam sind ihren Arbeiten die Reduktion auf das Wesentliche, die Zeichenhaftigkeit, die klare Umrisslinie, die comic-hafte Linienführung, die klare, monochrome Farbgebung, die fast geometrische Strenge, die unmittelbare Präsenz.

Caulfield, Craig-Martin und Opie sind fasziniert von Alltagsgegenständen und -situationen. Die Gegenstände und Figuren sind Motiv und Medium der Formensprache zugleich. Es ist die Form, die dem Inhalt seine Bedeutung gibt.

Alles ist einfach und lesbar geordnet und steckt voller komplexer Wechselwirkung zwischen Realität und Illusion. Die Bilder begreifen das Wesen der Dinge und Figuren in ihrer einfachsten Form und eignen sich dennoch nicht, einfache Aussagen über unsere Gegenwart zu machen. Die Bedeutung der Motive wird durch den Kontext, der sie umgibt, immer wieder neu bestimmt. Die so einfach dargestellten Dinge, Räume und Personen sind voller Anspielungen und Andeutungen, voller metaphorischer und narrativer Assoziationen. Sie machen sichtbar, was nicht sichtbar ist. Und immer wieder bleibt es dem Betrachter vorbehalten, das im Werk Angelegte zu ergänzen und zu vollenden. Es ist ein Wechselspiel von Wahrgenommenem und eigener Erinnerung und auch Aufforderung, das Vorgefundene zu erweitern um das Dazu-Gedachte. „So gehört zum Genuss des Sehens und Denkens auch das Wissen.“ (Liam Gillick)

Es ist schwer, sich der Wirkung der Bilder zu entziehen.

Werke

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin

(geb. 1941 Dublin)

"Intimate Relations: Safety Pin"

Siebdruck 2001

120 x 99 cm Abb. 97 x 81 cm

Exemplar sign. num.

Auflage 50 Exemplare

[16473]


Michael Craig-Martin, 1941 in Dublin geboren, ist einer der wichtigsten und einflussreichsten Künstler der englischen und irischen Kunstszene. Er wuchs in den Vereinigten Staaten auf und studierte dort an der Yale University School of Art and Architecture, verbrachte jedoch die meiste Zeit seines Lebens in Großbritannien. Von 1974–1988 lehrte er am Goldsmiths College London. Zu seinen Schülern gehörten unter anderen Liam Gillick, Damien Hurst und Julian Opie. Von 1989–1999 war er Mitglied im Kuratorium der Tate Gallery.

Seit 1969 hat er an zahlreichen britischen und internationalen Ausstellungen teilgenommen, 1972 an der bahnbrechenden Ausstellung britischer Konzeptkunst „The New Art“ in der Hayward Gallery London. Seitdem stellt er weltweit aus und entwarf große Wandgemälde für Museen, Kunstvereine, Galerien und Kirchen.

Craig-Martin ist ein konzeptioneller Künstler. Für ihn ist die Frage der Präsenz von Kunstwerken eine wichtige, wenn nicht die zentrale Idee seines gesamten Schaffens. Sein Projekt besteht seit nunmehr 40 Jahren darin, die vielfältigen Auffassungen unseres Verhältnisses zu den Dingen, die wir herstellen und die uns umgeben, zu „verkomplizieren und zu exponieren und gleichzeitig scheinbar zu vereinfachen“.XY

Er entschied sich, reale Objekte zum Gegenstand seiner Bilder zu machen. Es handelt sich um schlichte Anordnungen alltäglicher Gegenstände. Es sind „Gegenstände, die [...] alle sehr alltäglich, gut wiedererkennbar, künstlich hergestellt, reproduzierbar und maschinell gefertigt“ sind, wie er selbst sagt. Mobiltelefone, Computer, Stühle, Tische, Stifte, Eimer, Brillen, Sicherheitsnadeln, Turnschuhe, Musikinstrumente, Bücher. Dinge, die in der Absicht ausgesucht wurden, über eindimensionale Interpretationen hinauszugehen. Es sind Objekte unserer Zeit, gleichzeitig aber wirken sie zeitlos in ihrer auf die Linie reduzierten Form, in ihrer schwerelosen Monumentalität.

Die grundlegende Auseinandersetzung mit Fragen über das Wesen der Kunst ist Craig-Martin wichtig. Ihn interessieren die Darstellung, die Rolle des Künstlers und die des Betrachters. So finden wir in seinem Werk immer wieder Bezüge zu kunsthistorischen Vorlagen; zum Beispiel zu Piero della Francesca (1415/20–1492) und Georges Seurat (1859–1891). In seinen Bildern und neuen Computerarbeiten sind ihre Arbeiten häufig wiederkehrende Motive der De- und Rekonstruktion.

„Deconstructing Piero“ zeigt Piero della Francescas Arbeit „Die Geißelung Christi“ (um 1462). Rechts im Vordergrund stehen drei Männer. Zurückgesetzt neben den drei Figuren findet in einem klassisch schönen, perspektivisch genau berechneten Raum, die Geißelung Christi statt. Jedes Maß, die Höhe der Säule, der Gestalt Christi, die Türen des Hintergrunds und selbst die kleine Treppe links besitzen Bedeutung. Sie soll die Scala Sancta des Lateran darstellen. Die drei Porträts und die Szene der Geißelung wirken wie zwei Bilder nebeneinander, von denen jedes seine eigene Lichtquelle besitzt. Doch in der damaligen Vorstellung bildeten sie durchaus eine Einheit. Es ist die Form, die erst dem Inhalt seine Bedeutung gibt. Und hier setzt Craig-Martin an, wenn er das Werk Piero della Francescas unter einem bestimmten Blickwinkel betrachtet und mit den Mitteln moderner Bildbearbeitung die Intensität der Gestaltungskraft hervorhebt.

An den Werken der Frührenaissance waren für ihn vor allem zwei Dinge wichtig: „erstens die Entwicklung einer hochkomplexen Bildersprache, bei der Beobachtungsgabe und Fantasie in einer nahtlosen Synthese von Kunstfertigkeit und Realismus aufgingen, und zweitens die außergewöhnlichen engen und direkten Kontakte und Interaktionen zwischen den Künstlern und ihrem Publikum“. (Michael Craig-Martin)

„Deconstructing Seurat“ zeigt Georges Seurats „Badende bei Asnières“ (1884). In Seurats Arbeit sind starr wirkende Figuren in einer Flusslandschaft, im Hintergrund die vorindustrielle Landschaft des 19. Jahrhunderts zu sehen. Seurat wollte die verschiedenen Aspekte der Realität miteinander verbinden. Er liebte die Pracht der Farben. Andererseits wollte er die Selbständigkeit der Formen durch seine geometrisierten Räume und Gestalten anschaulich machen. Durch seine bildnerischen Methoden verdichtet Craig-Martin in seinen Dekonstruktionen Seurats Dualität von Linie und Farbe. Er reduziert das Abbild auf die Linie und eine monochrome Farbgebung. Die Bildkomposition ändert er durch Weglassen einzelner Figuren, aller Figuren, oder der Landschaftselemente und steigert so die Isoliertheit und das Entindividualisierte.

Michael Craig-Martin hat über die Objekte in seinen Bildern einmal gesagt, wie sehr ihn die Anfänge von Sprachlichkeit interessieren. In seinen in der Ausstellung gezeigten computeranimierten Arbeiten „Coming“ und „Going“ schweben bekannte Objekte der Kunst- und Klassiker der Designgeschichte sowie Gebrauchsgegenstände frei im Bild und fordern auf, gelesen zu werden: das Urinoir von Marcel Duchamp, die Pfeife von Magritte, Donald Judds Wandobjekte, Bauhaus-Möbel und immer wieder Gegenstände des Alltags. Die animierten Computerbilder sind so angelegt, dass die zu sehenden Objekte „kommen“ und „gehen“, mal in den Vorder- und dann wieder in den Hintergrund treten, sich die Objektansammlungen immer wieder neu kombinieren. Die Wahrscheinlichkeit, die gleiche Anordnung der abgebildeten Gegenstände nochmals zu sehen, ist sehr gering.


Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin

(geb. 1941 Dublin)

"Intimate Relations: Sunglasses"

Siebdruck 2001

120 x 99 cm Abb. 97 x 81 cm

Exemplar sign. num.

Auflage 50 Exemplare

[16472]

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin

(geb. 1941 Dublin)

"Deconstructing Piero (turquoise blue)"

2 Siebdrucke 2004

63 x 88,5 cm Abb. 63 x 88,5 cm

Exemplar sign. num.

Auflage 40 Exemplare

[16475]

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin

(geb. 1941 Dublin)

"Deconstructing Seurat (blue)"

2 Siebdrucke 2004

63 x 93,5 cm Abb. 63 x 93,5 cm

Exemplar sign. num.

Auflage 40 Exemplare

[16474]

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin

(geb. 1941 Dublin)

"Deconstructing Piero"

Vektorzeichnung mit speziell entwickelter Software 2005

36 x 46,8 cm x 15 cm

Exemplar sign. num.

Auflage 10 Exemplare

[16477]

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin

(geb. 1941 Dublin)

"Coming"

Vektorzeichnung mit speziell entwickelter Software 2006

46,8 x 36 cm x 15 cm

Exemplar sign. num.

Auflage 10 Exemplare

[16478]

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin

(geb. 1941 Dublin)

"Going"

Vektorzeichnung mit speziell entwickelter Software 2006

46,8 x 36 cm x 15 cm

Exemplar sign. num.

Auflage 10 Exemplare

[16479]

Michael Craig-Martin,

Michael Craig-Martin

(geb. 1941 Dublin)

"Signs of Life"

Lambda Duratran Leuchtkasten 2006

49,5 x 67,5 cm

Exemplar sign. num.

Auflage 30 Exemplare

[16480]