Antonio Saura


Die Galerie repäsentiert die Succession Antonio Saura (www.antoniosaura.org)
im deutschsprachigen Raum.


Ausstellung in der Galerie Boisserée

19.10.2005–12.11.2005

Ausstellung "Antonio Saura - Damas-party" anlässlich 50 Jahre Galerie Boisserée am Standort Drususgasse, Köln und der ART Cologne (28.10.2005–01.11.2005)


Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

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Antonio Saura – "Damas-party"

Arbeiten auf Leinwand und Papier

Ausstellung vom 19. Oktober bis zum 12. November 2005

Die Ausstellung ist im Anschluß auch im Kunstverein Augsburg und in der Städtischen Galerie Speyer zu sehen.


Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums ihres Standortes in der Drususgasse zeigt die Kölner Galerie Boisserée eine umfangreiche Show des 1998 verstorbenen Malers Antonio Saura mit dem Titel "Damas - party". Saura, der zu den wichtigsten international arrivierten spanischen Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt und dessen Arbeiten sich in bedeutenden Sammlungen der ganzen Welt befinden (u.a. Museum of Modern Art, New York; Centre Georges Pompidou, Paris; Stedelijk Museum, Amsterdam), wird zum zweiten Mal in einer Einzelausstellung bei Boisserée, vorwiegend mit Arbeiten auf Papier, präsentiert.

Zentrales Motiv bei Antonio Saura ist die menschliche Figur, die durch die Malweise, einem schnellen und expressiven Pinselstrich mit pastosem Farbauftrag, und durch die übertriebenen, karikaturhaften Formen, auf den Betrachter ausdrucksstark und emotionsgeladen wirkt.

Die diesjährige Ausstellung mit dem Titel "Damas - party" widmet sich ausschließlich dem Thema "Damas" (Frauen) und beinhaltet neben wenigen Leinwänden eine umfangreiche Sammlung von Arbeiten auf Papier aus 4 Jahrzehnten aus dem Nachlass des Künstlers.

Diese Werkgruppe stellt den wohl fundamentalsten Komplex im Werke Sauras dar. Bereits im Jahr 1954 bekundet Saura, dass der Frauenkörper in den meisten seiner Bilder präsent sei, quasi aus dem Nichts, "oft auf seine elementarste Erscheinungsform reduziert und allen möglichen verunstaltenden Behandlungen unterworfen". Er sieht seine "Damas" jedoch nicht als "Deformierungen", sondern vielmehr "Wiederherstellungen". Die Frauenkörper seien Reaktivierungen eines "bestimmten, weiblichen Archetypen, (...) ein Bild, das mich nicht loslässt". Saura machte die Erfahrung, dass bloße Spontaneität des Malers noch kein ästhetisches Produkt ergibt. Dies hat nämlich noch keine Form. Der Frauenkörper ist vor allem "Stütze für den Malakt, um sich nicht zu verlieren, um nicht in einem Malen ohne Kontrolle zu versinken, wo das Chaos und die Maßlosigkeit die Aussage zunichte machen". Keine der "Damas" hätte die Chance zum Cover-Girl einer Illustrierten - doch ihr Betrachter verspürt eine merkwürdige Attraktion, wenn er in den amorph wirkenden Gestalten irgendwann ein Augenpaar, einen Kopf oder eine weibliche Brust erkennt. Die Radikalität der Malerei Antonio Sauras sprengt jeglichen Begriff des Schönen und Gefälligen und spürt der Gene-se von Kreativität nach. Der Schock vor der (vermeintlichen) Deformation weicht dem Staunen vor der Kunst.


Zur Ausstellung erscheint ein 96 Seiten umfassender Katalog mit über 100 farbigen Abbildungen zum Preis von Euro 15.


Werke

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama"

(Dame)

Mischtechnik auf Papier 1982

101 x 72,7 cm Abb. 88 x 57 cm

sign. dat.

Inv. 1038

[16302]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama"

(Dame)

Chinatusche auf Papier 1966

90 x 62,6 cm

sign. dat.

Ref. 3

[15580]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama"

(Dame)

Chinatusche auf Papier 1968

72,8 x 50,4 cm

sign. dat.

Ref. 987

[15609]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama"

(Dame)

Chinatusche auf Papier 1958

56,3 x 42,6 cm

sign. dat.

Ref. S-221

[15581]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Carmen"

(Carmen)

Mischtechnik auf Papier 1983

32,8 x 25,3 cm

sign. dat.

Inv. 169

[16740]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Carmen"

(Carmen)

Mischtechnik auf Papier 1983

32,7 x 25,3 cm

sign. dat. bet.

Inv. 168

[16739]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama vertical"

(Vertikale Dame)

Mischtechnik auf Papier 1962

38 x 23,8 cm

sign. dat.

Inv. S-1442

[16738]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama / Belle"

(Dame / Schöne)

Montage und Mischtechnik auf Postkarten 1975

38 x 27 cm

sign. dat.

Ref. 752

[15592]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama / Tentaciones"

(Dame / Versuchungen)

Montage und Mischtechnik auf Postkarten 1975

38 x 27 cm

sign. dat.

Ref. 758

[15590]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama"

(Dame)

Montage und Mischtechnik auf Postkarten 1977

44 x 33,5 cm

sign. dat.

Ref. 812

[15591]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama"

(Dame)

Chinatusche auf Papier 1982

31,4 x 23,4 cm

sign. dat.

Ref. S-1635

[15613]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Desnudo"

(Akt)

Mischtechnik auf Papier 1960

17 x 23,6 cm

Ref. S-1953

[15539]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Desnudo"

(Akt)

Mischtechnik auf Papier 1961

17 x 23,8 cm

bez.

Ref. S-1950

[15538]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama vertical"

(Vertikale Dame)

Mischtechnik auf Papier 1962

23,7 x 17,2 cm

dat.

Ref. S-1922

[15601]

Antonio Saura,

Antonio Saura

(Huesca 1930 - 1998 Cuenca)

"Dama vertical"

(Vertikale Dame)

Mischtechnik auf Papier 1962

22,4 x 16,2 cm

bez.

Ref. S-1915

[15606]


Biografie

Antonio Saura wird 1930 in Huesca/Spanien geboren und beginnt bereits 1943 als Autodidakt zu zeichnen und zu schreiben. 1953 zieht er nach Paris und wird Mitglied der Surrealisten-Gruppe. Er nimmt 1958 an der Biennale in Venedig und 1959 an der Documenta II in Kassel teil, und wird im gleichen Jahr mit Antoni Tàpies in der Galerie van de Loo in München ausgestellt. 1960 erhält er den Guggenheim Preis in New York, wo er ein Jahr darauf in der Galerie Pierre Matisse ausstellt. Neben satirischen Arbeiten auf Papier entstehen erste Radierungen und Serigraphien. Nach Retrospektiven im Stedelijk Museum von Amsterdam und der Kunsthalle Baden-Baden erhält er im Jahr 1964, zusammen mit Chillida und Soulages, den Carnegie-Preis. Ab 1967 arbeitet er im Winter in Paris und im Sommer in Cuenca/Spanien, wobei er für 10 Jahre die Malerei auf Leinwand zu Gunsten der Arbeit auf Papier aufgibt. 1975 zeigt die Galerie Maeght in Barcelona eine Retrospektive der Arbeiten auf Papier, 1977 nimmt er an der Documenta VI in Kassel teil. 1979 folgen Retrospektiven mit über 300 Arbeiten auf Papier, u.a. im Stedelijk Museum, Amsterdam, der Kunsthalle von Düsseldorf und in der Fondaçio Joan Miró in Barcelona. 1994 zeigt das Museum für Moderne Kunst in Lugano die Malerei von 1948-1990, vier Jahre später stirbt Antonio Saura in Cuenca.

Werke von Antonio Saura befinden sich u.a. im Museum of Modern Art/New York, im Centre Georges Pompidou/Paris, im Stedelijk Museum/Amsterdam, der Tate Gallery/London, in der Nationalgalerie Berlin, im Museum für 20. Jahrhundert von Wien und im Centro de Arte Reina Sofia/Madrid.


Antonio Saura gehört wie Picasso zu denjenigen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die sich fast ausschließlich über das Thema der menschlichen Figur bildnerisch ausgedrückt haben. Dabei sind die expressive Erregtheit und die Direktheit seiner Malerei Ausdruck seines Protestes gegen eine aus den Fugen geratene und ungerechte Weltordnung. In seiner dynamischen, heftigen und fließenden, oft satirischen Malerei "rekonstruiert" Saura die Themen seiner Auseinandersetzung zu "Bild-Obsessionen". Ob er sich dabei mit Bildern namhafter Künstler, mit Photo- und Bildmaterial aus Büchern und Zeitungen oder literarischen Themen auseinandersetzt, – seine Bilder erzählen in Portraits, Kreuzigungen und Menschenmengen von der Identität des Malers, der Geschichte und ihren Figuren. Die Exhibition umfasst viele Arbeiten aus dem sogenannten Zyklus "Autodafé": Kleine, querformatige Gemälde auf dem Inneren eines Buchrückens, die in ihrer Materialität und Farbigkeit von faszinierender Ausstrahlung sind. Die "Autodafés" werden u den Kölner Premieren zum ersten Mal in dieser Auswahl vorgestellt und stellen eine Besonderheit im malerischen Oeuvre Antonio Sauras – gerade auch für Sammler – dar.