Vergangene Ausstellungen

2000

28.10.2000–16.01.2001

Accrochage – Kunst nach 1945 und zeitgenössische Kunst

Neuankäufe und ausgewählte Exponate aus den Beständen

Pierre Soulages, ohne Titel (A 32)

Pierre Soulages

ohne Titel (A 32)

Gouache auf Papier auf Leinwand 1977

110 x 75 cm

[9160]



01.09.2000–21.10.2000

Joan Miró

(Barcelona 1893 - 1983 Palma de Mallorca)

Arbeiten auf Papier und aus dem graphischen Œu­v­re


Joan Miró, "Couple sous la lune"

Joan Miró

"Couple sous la lune"

Mischtechnik auf Papier 1949

25 x 32 cm

Joan Miró, Dupin 18

Joan Miró

"Femme et chien devant la lune" (Frau und Hund vor dem Mond)

Farbpochoir 1935

Dupin 18

[12381]

Joan Miró, Dupin 90

Joan Miró

aus "Serie III"

Radierung auf Pergament, handkoloriert 1952/53

Dupin 90

[12759]

Joan Miró, "Composition"

Joan Miró

"Composition"

Mischtechnik auf Papier 15.9.1979

17 x 36,5 cm

Joan Miró, "Composition"

Joan Miró

"Composition"

Mischtechnik auf Papier 20.9.1979

17 x 36 cm



07.06.2000–05.08.2000

Max Ackermann

(Berlin 1887–1975 Unterlengenhardt)

Arbeiten auf Leinwand und Papier

Max Ackermann, "Spiel um Achse"

Max Ackermann

"Spiel um Achse"

Öl und Tempera auf Karton 1948, 72 x 32 cm


05.05.2000–10.06.2000

ON PAPER

zeitgenössische Kunst auf und aus Papier

mit Arbeiten von:

Max Ackermann, Hubert Berke, Albert Bitran, Francis Bott, Antoni Clavé, Eduardo Chillida, Karl Fred Dahmen, Igor Ganikowski, Hans Hartung, Horst Egon Kalinowski, Henning Kürschner, Volker Lehnert, Lusici, Eugen Wilfried Müller, Hanns Pastor, Andreas Rein, Riera i Aragó, Gérard Schneider, Bernard Schultze, Pierre Soulages, Ferdinand Springer, Walter Stöhrer, Antoni Tàpies, Peter Tomschiczek, Wolfgang Troschke, Rolf Urban, Jan Voss, Franziskus Wendels


26.01.2000–01.03.2000

Karl Fred Dahmen

(Stolberg 1917–1981 Preinersdorf)

Die Arbeiten der 70er Jahre

Malerei, Objektkästen, Radierungen

Karl Fred Dahmen, "Objektkasten mit Maske"

Karl Fred Dahmen

"Objektkasten mit Maske"

Objektkasten 1972

86 x 45 cm

Karl Fred Dahmen, "Montagebild II  - Mit dunklem Korsett"

Karl Fred Dahmen

"Montagebild II – Mit dunklem Korsett"

Material- und Montagebild auf Leinen 1965, 120 x 105 cm

Weber 019.65 - B 0075

[8574]


Nachdem das Werk des 1981 verstorbenen Malers Karl Fred Dahmen im Herbst 1999 vom Land NRW in den Räumen der ehemaligen Reichsabtei Aachen-Kornelimünster gewürdigt worden ist, zeigt die Kölner Galerie Boisserée zu Beginn des Jahres 2000 in einer Verkaufsausstellung über 50 Exponate des Künstlers. Seit 8 Jahren setzt sich Boisserée maßgeblich für das Werk des viel zu früh verstorbenen, 1917 in Stolberg/Rheinland geborenen Künstlers ein. Der letzten Einzelausstellung 1993 folgten in den Jahren 1994 und 1997 zwei viel beachtete one-man-shows des Künstlers auf der ART COLOGNE.

Dieses Engagement forcierte die Auseinandersetzung mit dem Werk dieser profilierten Persönlichkeit der deutschen Nachkriegskunst, deren Frühwerk nachhaltig verbunden ist mit dem Stilbegriff des deutschen Informel.

Zum ersten Mal wird das bisher kaum in einer Einzelausstellung schwerpunktmäßg herausgestellte Werk der 70er Jahre vorgestellt, welches geprägt ist durch die Umsiedlung Dahmens in den Chiemgau, da er 1967 die Leitung der Münchener Akademie übernommen hatte. Das Lebensumfeld und die Zusammenhänge zwischen der Landschaft und den in ihr lebenden Menschen hat das künstlerische Schaffen Karl Fred Dahmens nachhaltig beeinflußt, ohne daß er diese Gegebenheiten je in abbildhafter oder illusionistischer Manier wiedergegeben hätte. Nachhaltig war der Künstler on den in seiner neuen Heimat häufig auftauchenden Reliquienkästen, Beinhäusern und Votivgaben beeindruckt. So arbeitet Dahmen gerade in den 70er Jahren an einer Vielzahl sogenannter „Objektkästen", in denen er unbeachtete und weggeworfene Materialien, die er in Ställen, Schuppen, auf Müllkippen und bei Altwarenhändlern findet, zu neuem Leben verhilft. In schlichten, verglasten Holzkästen entstehen collagierte, dreidimensionale Kompositionen aus Stricken, Steinen, Federn, Holzteilen - Fundstücke des bäuerlichen Lebens, die hintergründig auf die Ausbeutung der Kreatur und des arbeitenden Menschen hindeuten. Die intendierten, z.T. durch Titelgebung wie z.B. „Tierleben", „Chiemgaulegende" oder „Reduktion einer Landschaft" verstärkten inhaltlichen Aussagen gehen weit über die künstlerische Intention des Informel hinaus in den Bereich einer gegenstandsbezogenen, aussageorientierten Kunst. Wolfgang Längsfeld nennt die Objektkästen Karl Fred Dahmens „Denkmäler für anonyme Dramen, voller Würde und sanftem Pathos". Die Ausstellung beinhaltet eine beachtliche Sammlung dieser Objektkästen, darunter museale und großformatige Beispiele wie „Chiemgaulegende mit Objektschrein" (1982) oder „Objektkasten mit Schwanz" (1975).

In den letzten 4 Lebensjahren wendet sich Dahmen erneut dem flächigen Tafelbild zu und knüpft noch einmal an die informelle Phase seiner terrestrischen Bilder der Stolberger Zeit an. Die Zeichnungen auf Papier als auch die großformatigen „Furchenbilder" auf Leinwand sind überlagert von horizontal übereinander geordneten Linien. Das farblich sehr zurückhaltende, oft monochrome Spätwerk beinhaltet eine Fülle kleiner Chiffren, Linien und Zeichen in reicher und sensibler Nuancierung. Arbeiten, die sich zurückziehen in die Dimension idealtypischer Lebensbereiche, in denen trotz geistiger Auseinandersetzung Ausgleich und Ruhe stattfindet. Vielleicht ist in diesen Arbeiten bereits Dahmens Vision eines bevorstehenden Todes erkennbar, der im Jahr 1981 durch einen Gehirntumor das künstlerische Schaffen der Künstlers abrupt beendet. Neben zahlreichen Papierarbeiten beinhaltet die Ausstellung wichtige großformatige Leinwände, wie z. B. das „Furchenbild Blau I" (170 x 140 cm) aus dem Jahre 1978.

Abschließend sei auf zahlreiche Beispiele des graphischen Werkes von Karl Fred Dahmen hingewiesen, die in Form von farbigen Radierungen, z.T. mit Prägedruck, Zeugnis von der großen Liebe des Künstlers zur Radierung sind. Neben Künstlern wie Emil Schumacher, Antoni Tàpies, Pierre Soulages gibt es außer Karl Fred Dahmen kaum einen Künstler in der europäischen Nachkriegskunst, der sich über die Kunst der Radierung so brillant ausdrücken konnte – eine Fundgrube auch für den jüngeren Sammler mit kleinerem Portemonnaie.

Während die Graphik komplett von Roland Angst in einem Werkverzeichnis bereits 1981 publiziert worden ist, arbeitet Thomas Weber (Galerie Boisserée) inzwischen an dem Werkverzeichnis der Originale Karl Fred Dahmens.

Alle Besitzer von Arbeiten des Künstlers sind aufgerufen, ihre Arbeiten zwecks Aufnahme in die Publikation der Galerie Boisserée bzw. dem Archiv Karl Fred Dahmen, Drususgasse 7-11, 50667 Köln, Tel. +49-(0)221-2576662, Fax +49-(0)221-2578550 zu melden.

(Das Werkverzeichnis ist im Oktober 2003 im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln erschienen – für weitere Ergänzungen zum Oeuvre-Katalog sind wir jedoch dankbar.)