Vergangene Ausstellungen

2006

25.10.06–02.12.06 (anlässlich der 40. ART COLOGNE)

Antoni Tàpies

(geb. 1923 Barcelona)

obra gráfica

Arbeiten aus dem graphischen Œuvre

Antoni Tapies,

Antoni Tàpies

(geb. 1923 Barcelona)

"Roba interior"

Farbradierung mit Carborundum und Handkolorierung 1972

60 x 76,5 cm

Exemplar H.C. sign. bez.

Auflage ca. 75 Exemplare

Galfetti 294

[16079]


Zur Eröffnung am Mittwoch, den 25. Oktober 2006 um 18.00 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Núria Homs (Fundació Antoni Tàpies, Barcelona), mit 96 Seiten und 68 meist farbigen Abbildungen zu Euro 15.

 

Alle Exponate der Ausstellung können auch hier angesehen werden.


Pressetext zur Ausstellung
(linke Maustaste – online bzw. rechte Maustaste – downloaden)

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Antoni Tapies,

Antoni Tàpies

(geb. 1923 Barcelona)

"3 i 4"

Farbaquatintaradierung mit Carborundum 1982

56,5 x 76,5 cm Pr. 44 x 65,5 cm

Exemplar 63/99 sign. num.

Auflage 134 Exemplare

Galfetti/Homs 851

[15784]


"Tàpies erweitert den Raum, ohne ihn zu vergrößern."

(Carl Vogel in: Tàpies, Das graphische Werk 1947–1972, Hrsg. Mariuccia Galfetti)

Anlässlich der 40. Art Cologne zeigt die Galerie Boisserée in den Kölner Galerieräumen eine umfangreiche graphische Sammlung des inzwischen 82jährigen, international arrivierten, spanischen Künstlers Antoni Tàpies.

Der Maler Antoni Tàpies ist beherrscht als brillanter Graphiker alle originalgraphischen Techniken und hat es – wie nur ganz wenige seiner Zeitgenossen - geschafft, die Kraft seiner Malerei auch in der Druckgraphik zu fesseln. Im Bereich der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts gibt es kaum einen Künstler, der eine derartige Vielzahl ausdruckstarker Radierungen in sein künstlerisches Werk integrieren konnte. Viele seiner, zum Teil mit Collagen und Übermalungen versehenen Radierungen besitzen eine plastische Qualität, die weit über das hinausgeht, was man bei Druckgraphik allgemein gewohnt ist. Dies liegt u.a. an der sogenannten, von Henri Goetz erfundenen Carborundumtechnik, die es zum Beispiel ermöglicht, Abdrücke von Textilien (Taschentücher, Unterwäsche) in den Druckprozess der Radierung einzubeziehen. Die über 60 graphische Arbeiten umfassende, in ihrem Umfang derzeit wohl einmalige Verkaufsausstellung beinhaltet unterschiedliche Formate vorwiegend aus den 70er und 80er Jahren. Zu den frühesten Arbeiten gehört eine Lithographie in Schwarz und Grau mit Prägedruck aus dem Jahre 1960. Großformate sind u.a. die über 120 cm breiten farbigen Radierungen "Formes i vernis" sowie "Roig i negre 5" aus den 80er Jahren. Alle Exponate sind in dem bisher in 3 Bänden erschienenen, von Galfetti begonnenen und von Homs fortgeführten Werkverzeichnis der Graphik von Antoni Tàpies dokumentiert.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Núria Homs (Fundació Antoni Tàpies, Barcelona), mit 96 Seiten und 68 meist farbigen Abbildungen zu Euro 15.

Auszüge der Ausstellung werden auch auf unserem Stand G 2 in Halle 05.1 auf der diesjährigen Art Cologne zu sehen sein.

Alle Exponate der Ausstellung können auch hier angesehen werden.

Antoni Tapies,

Antoni Tàpies

(geb. 1923 Barcelona)

"Regalim"

Farbaquatintaradierung und Siebdruck 1987

50,2 x 66 cm

Exemplar 13/50 sign. num.

Auflage 68 Exemplare

registriert bei Homs

[15715]



01.09.2006–14.10.2006

DER VOGEL

bei Georges Braque und Max Ernst

– Eine Gegenüberstellung ausgesuchter Originalgraphiken

Max Ernst, Spies 56, Leppien 56

Max Ernst

zu "Das Schnabelpaar"

Radierung 1953

37,8 x 28,4 cm, Plattenrand 23,8 x 17,7 cm, sign. bez., Auflage 2 Exemplare

Spies/Leppien 56 V A III

[15819]



Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 76 Seiten
und 61 farbigen Abbildungen zum Preis von Euro 10.


Alle Exponate der Ausstellung können auch hier angesehen werden.

Georges Braque, Vallier 123

Georges Braque

"Oiseau sur fond carmin (Oiseau XIV)"

(Vogel auf karminfarbenem Grund)

Farbradierung 1958

50,5 x 60 cm, Plattenrand 32,8 x 43 cm, sign., Auflage ca. 75 Exemplare

Vallier 123, Hatje 75

[14610]

 



"Vögel – die geflügelte Poesie"


Der Vogel bei Georges Braque und Max Ernst

Eine Gegenüberstellung ausgesuchter Originalgraphiken


"Ich zeichne nur noch Vögel, nachdem mich meine Stilleben vielleicht zu lange auf der Erde festgehalten haben." Georges Braque

Fasziniert von einem Erlebnis im Vogelschutzgebiet der Camargue im Jahr 1955 wird der Vogel für Georges Braque zum Sinnbild von Freiheit und Harmonie.

"Ich zeichne nur noch Vögel, nachdem mich meine Stilleben vielleicht zu lange auf der Erde festgehalten haben." "Ich male und zeichne nur Vögel, und immer dieselben, nicht Vögel, wie ich sie in der Natur vor mir sehe, sondern wie sie sich unter meiner Hand auf der Leinwand oder dem Papier bilden." Die in der Ausstellung zusammengetragenen Originalgraphiken veranschaulichen vortrefflich, wie der Künstler die Darstellung des Vogels in immer neuen Abwandlungen und durch den sparsamen Einsatz der Mittel zur vollendeten Schönheit und Harmonie führt.

Georges Braque (1882–1963) gehört zu den großen und bedeutenden Künstler des 20. Jahrhunderts und hinterlässt ein eindruckvolles Œuvre. Als Zeitgenosse und Weggefährte von Pablo Picasso gilt er mit diesem als Schöpfer des Kubismus und damit als Wegbereiter der Moderne. Das Werk jenseits des Kubismus wird vor allem in den 50er und 60er Jahren geprägt.

Seine Graphiken haben eine Besonderheit. "Es macht mir unsägliche Lust, auf dem Gebiete der Graphik nach einer neuen Methode, nach einer neuen Technik zu suchen, um das, was ich fühle, genau ausdrücken zu können. Dabei kommt mir das Material von überall her zu Hilfe. ... Meine Absicht ist, auch ein graphisches Blatt in einen Gegenstand zu verwandeln, der stoffliche Eigenschaft besitzt und das Gefühl der Stofflichkeit anspricht. Ich fühle, dass ich mich darin verwirklichen kann."

Neben seinen Gemälden zählt eine Reihe herausragender Graphiken zu den Höhepunkten seines Schaffens, in denen er immer wieder bedeutende Werke der Literatur illustriert. Auf Anregung der Direktoren François und Janine Crémieux des Verlagshauses "Au Vent d'Arles" entstand 1962 – wenige Monate vor seinem Tod - gemeinsam mit Saint-John Perse (1887 – 1975) das Album "L’ordre des oiseaux". "Für den hohen Flug und die bildschöpferischen Phantasien seiner Dichtung, die die Zeitlage visionär widerspiegelt" erhielt Saint-John Perse 1960 den Nobelpreis für Literatur. Georges Braque verwendete auf das Wesentliche reduzierte Formen, um die Texte von Saint-John Perse zu versinnbildlichen.

Das mit 12 Farbradierungen illustrierte Buch "L’ordre des oiseaux" (mit einer zusätzlichen Suite der Radierungen jeweils signiert und numeriert) gehört wie die Farblithographien "L’oiseau dans le feuillage" von 1961 und "Oiseau traversant un nuage" von 1957 zu den Höhepunkten der Ausstellung.

Weiteres Glanzlicht ist der "Oiseau noir sur fond vert", der in seiner Reduziertheit und dem Verzicht auf alles Beschreibende und Überflüssige von hoher Ausdruckskraft und bestes Beispiel für die Bedeutung des späten graphischen Œuvres von Georges Braque ist. Er ist Titel des Schutzumschlages des Werkverzeichnisses der Graphiken Braques von Dora Vallier. Er gehört zu den Hauptblättern der illustrierten Serie "Si je mourais là-bas" zum Gedicht Guillaume Apollinaires.


"Am 2. April 1891, um 9.45 Uhr, hatte Max Ernst seinen ersten Kontakt mit der fühlbaren Welt, als er aus einem Ei schlüpfte, das seine Mutter in eines Adlers Nest gelegt hatte, und welches der Vogel dort sieben Jahre lang ausgebrütet hatte. Dies ereignete sich in Brühl, sechs Meilen südlich von Köln. Hier wuchs Max auf und wurde ein hübsches Kind. In seiner Jugend gab's einige dramatische Zwischenfälle, jedoch im großen und ganzen ist sie nicht als unglücklich zu bezeichnen." Max Ernst

Im gesamten Werk des großen Dadaisten und Surrealisten Max Ernst (1891–1976) begegnen uns seine Mischwesen und immer wieder die Vogelnatur. "Ein höchst sonderbares Vogelzeug spielt die große Rolle" (Max Osborn). Der Vogelgestalt geht im Werk eine reiche Verwendung von Vogeldarstellungen voraus. Max Ernst schöpft dabei aus dem reichen Fundus seiner ikonografischen Kenntnisse. "Und er hat dieses Wissen immer wieder bezüglich-anzüglich eingesetzt". (Werner Spies)

Menschen mit Vogelköpfen gehören zu den ältesten mythologischen Darstellungen. Schamanen mit Vogelköpfen erscheinen auf den Höhlenwänden von Lescaux, Vogelmenschen in den kultischen Darstellungen der Osterinseln, Ozeaniens, Afrikas, Nord- und Südamerikas. Zarte Vogelseelen auf den Grabdenkmälern im alten Ägypten, beflügelte Ungeheuer in babylonischen Mythen, Sirenen, Greife, Phönixe: Die vieldeutige und schillernde Welt der Vögel bevölkert die Mythologie. Das Motiv des Vogels, der in zahlreichen Mythologien als Symbolisierung der Seele durch den Vogel auftritt, wurde in der Religionswissenschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts ausführlich diskutiert. Bei C.G. Jung, dessen Schriften Max Ernst kannte, ist der Vogel ein Sinnbild des Wünschens, auch im sexuellen Sinne. Auf dem Wunsch, dem Tod durch Unsterblichkeit zu entgehen, gründet sich dann das Motiv des mythischen Seelenvogels: Da der Wunsch unerfüllbar ist, bleibt er gleichsam in der Schwebe, "daher die Seelen Vögel sind".

Max Ernst instrumentalisiert das Vogelwesen, indem er es verschiedene Rollen spielen lässt. Dabei bedient er sich nicht nur der psychoanalytischen Erkenntnisse Freuds und Jungs von der Aufspaltung der Persönlichkeit. Er verarbeitet auch das Diktum des von den Surrealisten als Gründervater betrachteten Arthur Rimbaud "Ich ist ein anderer."

Bei Max Ernst wird der Mensch durch etwas anderes, ihn Vertretendes wiedergegeben, am häufigsten durch einen Vogel. Mit der Form wird nicht eine Erscheinungsform sondern eine Idee dargestellt. Seine anthropomorphen Konstruktionen und Gestalten sind Präsentationsform, Allegorie, Reflexionsfigur, Alter Ego, Identifikationsfigur, Über-Ich, höhere Instanz, apokalyptisches Wesen.

Die Identifikation mit Loplop, dem Vogelwesen, trägt autobiographische Züge. Der Mythos von Loplop alias Hornebom, oder umgekehrt, beginnt mit der vorgeburtlichen Existenz des Malers, wie Max Ernst selbst berichtet. Aber dennoch macht er den Versuch zunichte, seinen Bildern eine eindeutige Aussage zuzuschreiben. Damit verneinte er auch eindringlich, seine Werke als Faktoren des eigenen Unbewussten, eigener Verdrängung zu verstehen. (Werner Spies)

Max Ernst war in den unterschiedlichen Gattungen Malerei, Zeichnung, Collage, Frottage, Graphik und Skulptur tätig. Seine Vielseitigkeit und sein Erfindungsreichtum zeigen sich in der Vielzahl der technischen Mittel.

Zu den in der Ausstellung versammelten Höhepunkten gehören die farbigen Radierungen zu "Oiseaux en péril", die Max Ernst ein Jahr vor seinem Tod als Illustrationen zu Gedichten von Dorothea Tanning – seiner letzten Frau – schuf. Dorothea Tanning schrieb acht Gedichte in französischer Sprache, die inzwischen in deutscher Sprache vorliegen. Max Ernst steuerte acht Vignetten sowie die Radierungen bei, die in der Galerie zu sehen sind. "Während in den ersten sieben Blättern jeweils Vogelpaare zu sehen sind, taucht im letzten Blatt ein einzelner, junger Vogel auf, der mit großen Augen in die Zukunft blickt: Freiheit, aber auch der Tod stehen ihm bevor. (Jürgen Pech) Die von Ernst übermalte Graphik der Vogeltrinität "A l’interieur de la vue: L’œuf" führt das Thema der Vogelfamilie vor. Bei der Radierung "Mathernité" (1950) entwickelt er "Komposit-Figuren", die seinen Maskendarstellungen jener Zeit sehr ähnlich sind. Mit dem Linienwesen "Oiseau mère (1972) greift er das Motiv der Vogelfamilie noch einmal auf.

Eine Besonderheit der Ausstellung bildet der Zustandsdruck zu "Das Schnabelpaar" von 1953. "Das Gedicht verknüpft im Sprachton der Kölner Dada-Zeit bittere Vergangenheit und mögliche Zukunft: "Und wenn sie’s dann wieder regnen lassen über europa, über kafkasien und kafamerika ..." (Jürgen Pech). Mit der Veröffentlichung dieses deutschsprachigen Gedichts beweist Max Ernst seine Doppelbedeutung als bildender Künstler und schreibender Poet.


Georges Braques und Max Ernsts Vögel sind von ganz unterschiedlicher Art. Gemeinsam ist ihnen, dass nichts bleibt als der Geist der Form und nicht die Interpretation der realen Form.


Georges Braque, aus Un poème dans chaque livre, Vallier 108

Georges Braque

(Argenteuil 1882 - 1963 Paris)

aus "Un poème dans chaque livre"

(Ein Gedicht in jedem Buch)

Farbradierung 1956

19,3 x 36 cm Pr. 19,7 x 36,7 cm

Exemplar Bat pour le fond sign. bez.

Auflage ca. 60 Exemplare

Vallier 108

[16206]

Max Ernst, Tout en un plus un, Spies/Leppien 209 B (von C), Brusberg/Völker 162

Max Ernst

(Brühl 1891 - 1976 Paris)

"Tout en un plus un"

(Alles in einem plus eins)

Radierung mit vernis mou und rötlicher Tonplatte 1971

56,5 x 37,7 cm Pr. 36,8 x 26,7 cm

Exemplar 33/100 sign. num.

Auflage ca. 100 Exemplare

Spies/Leppien 209 B (von C), Brusberg/Völker 162

[15487]

Max Ernst, Oiseau mère, Spies/Leppien 223 a/B (von b/F)

Max Ernst

(Brühl 1891 - 1976 Paris)

"Oiseau mère"

(Muttervogel)

Farbaquatintaradierung auf aufgewalztem Japan mit Aquarellierung 1972

65,7 x 50,1 cm Pr. 24,7 x 19,8 cm

Exemplar 9/100 sign. num.

Auflage ca. 120 Exemplare

Spies/Leppien 223 a/B (von b/F)

[16173]



Sommer 2006

Künstler der Galerie

– Graphik und Malerei der Klassischen Moderne
und zeitgenössische Kunst aus den Beständen

Max Ernst, Spies 3104

Max Ernst

"Perturbation"

Öl auf Holz 1955

31,8 x 41,2 cm

signiert und betitelt

Spies 3104

[16052]


Im Bereich der Klassischen Moderne findet der Besucher Max Ernsts farblich ausdrucksstarke Landschaftsdarstellung "Perturbation", Öl auf Holz (1955). Zudem haben wir zwei wichtige Arbeiten aus dem lithographischen Œuvre von George Braque erworben, die "Athénée" (1932) und den "Helios VI" (1948). Beide behandeln das Thema des griechischen Wagenrennens. Die erstere zählte Braque selbst zu seinen wichtigsten Farblithographien. Chagalls großformatiges Blatt "Blaue Landschaft" aus dem Jahre 1958 in einem erstklassigen Zustand ist eine von mehreren signierten Farblithographien, die die Galerie in den letzten 12 Monaten für ihre Sammlung gewinnen konnte.

Georges Braque, Athenee, Vallier 19

Georges Braque

"Athénée"

Farblithographie 1932

56,8 x 38,4 cm, Abbildung 37 x 30 cm

signiert, bezeichnet, Auflage ca. 80 Exemplare

Vallier 19, Mourlot 3, Hatje 15

[15481]


Von Picasso zeigen wir Ende August in Schwarzenberg/Vorarlberg eine Sonderausstellung anlässlich des Musikfestivals "Schubertiade" (www.schubertiade.at). Einen Vorgeschmack hierauf gibt die in unserer Ausstellung vertretene "Figure au corsage rayé" (Figur mit gestreifter Bluse), einer seiner schönsten Farblithographien mit dem Portrait Francoises aus dem Jahre 1949. Von Eduardo Chillida sei auf zwei kraftvolle, frühe Radierungen aus der Serie "Inguru" (1968) hingewiesen. Emil Schumacher ist mit einer seiner imposantesten hochformatigen, schwarz-weißen Radierung "3/1990" vertreten, die als Titel auf einem der zwei Kataloge der großen Retrospektive in Locarno 1994 diente. Antonio Saura, dessen "Damas" in diesem Jahr im Kunstverein Augsburg und in der Städtischen Galerie Speyer gezeigt wurden, ist in unserer Ausstellung mit einer Arbeit aus dem Zyklus „Autodafé“, einem imaginären Portrait auf dem Innenseite eines Buchdeckels, repräsentiert. Ebenso findet der Ausstellungsbesucher von Serge Poliakoff die 1949 entstandene Gouache "Composition bruns, bleus, jaunes", die die früheren, etwas zarteren aber sehr subtilen Arbeiten des Künstlers vorstellt. Eine Inkunabel der Pop-Art-Graphik ist die 1964 von Andy Warhol geschaffene Farblithographie "Liz" (Liz Taylor), flankiert von einer großformatigen Farbradierung des Amerikaners Jim Dine "Jubilee I" aus dem Jahre 2004.

Andy Warhol, Liz Taylor, Schellmann II.7

Andy Warhol

"Liz" (Liz Taylor)

Farblithographie im Offsetverfahren 1964

58,7 x 58,7 cm, Abbildung 55,8 x 55,8 cm

signiert, datiert, Auflage ca. 300 Exemplare

Schellmann II.7

[15864]


In unserem im Januar neu geschaffenen "Studio" zeigen wir eine kleine Sonderausstellung von K.F. Dahmen mit frühen terrestischen Arbeiten, Collagen und Objektkäsen. Aus rheinischem Privatbesitz konnten wir erst kürzlich die helle, materialbetonte Arbeit "Notturno" aus dem Jahr 1964 erwerben.

K.F. Dahmen, Notturno, Weber 027.64 - B 0359

K.F. Dahmen

"Notturno"

Mischtechnik auf Leinwand 1964

90,5 x 75 cm

signiert, datiert, betitelt und bezeichnet

Weber 027.64 - B 0359

[15939]


Aus dem zeitgenössischen Programm zeigen wir Leinwände von Franziskus Wendels, dessen aktuelle Bühnenbild-Installation zum Theaterstück MEDEA im Dortmunder Theater von der Presse sehr gelobt wurde (www.theaterdo.de). Rolf Urban hat uns 10 neue Holzobjekte aus den letzen beiden Jahren gebracht, darunter drei kleinteilige Diptychons. Von Wolfgang Troschke zeigen wir eine 220 x 200 cm große Leinwand aus dem Jahr 1991. Jan Voss ist neben einer hochformatigen Leinwand aus der Werkgruppe "Remue ménage" mit seinen farbigen kleinformatigen Kartonreliefs vertreten, Henning Kürschner mit seiner 2m hohen Leinwand "Blauer Raum" aus dem Jahre 2002.

Franziskus Wendels, Bühnenbild Dortmunder Theater, Medea

Franziskus Wendels

Bühnenbild-Installation zum Theaterstück MEDEA im Dortmunder Theater

Franziskus Wendels, Chez les Schmitz

Franziskus Wendels

Chez les Schmitz

Lack, Pigmente, Öl auf Leinwand, 2003

100 x 180 cm

Helmut Newton, "Big Nude Camilla"

Helmut Newton

"Big Nude Camilla"

Silbergelatineabzug 1993 (Nizza)

ca. 50 x 40 cm, Abb. ca. 47 x 37 cm

[15456]



28.04.2006–10.06.2006

Xenia Hausner – Washtag

Xenia Hausner, "Waschtag"

Xenia Hausner

"Waschtag"

Mixed Media auf Dibond / Mixed media on Dibond 2006

153 x 211 cm

[16062]


Zur Eröffnung am Freitag, den 28. April 2006 um 18.00 Uhr
laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.


Es spricht: Burkhard Leismann, Kunstmuseum Ahlen


Die Künstlerin ist anwesend.


Zur Ausstellung liegt aus: Bildband "Xenia Hausner GlücksFall / Hide and Seek" (Prestel Verlag) anlässlich der Ausstellung im LudwigMuseum im Deutschherrenhaus, Koblenz (20.11.2005–29.01.2006) und im KunstHausWien, Wien (15.02.2006–14.05.2006), mit Texten von Beate Reifenscheid-Ronnisch, Carl Aigner, Rainer Metzger und Katharina Sykora, mit 136 Seiten und über 80 farbigen Abbildungen zum Preis von Euro 39,95.

Die Vorzugsausgabe des Bildbandes von 90 numerierten und signierten Exemplaren enthält eine signierte Chromolithographie auf Bütten mit dem Titel "Augenblicke" zum Preis von Euro 243 und ist auch während der Ausstellung erhältlich.

Xenia Hausner, "Sportstück / Sportcast"

Xenia Hausner

"Sportstück / Sportcast"

Acryl auf Hartfaser / Acrylic on hardboard 2005

190 x 230 cm

[15991]

Xenia Hausner, "16 Uhr ab Paddington"/"4 O'clock from Paddington"

Xenia Hausner

"16 Uhr ab Paddington"/"4 O'clock from Paddington"

Mixed Media auf Dibond / Mixed media on Dibond 2006

155 x 228 cm

[16100]

Xenia Hausner, "Erdbeermund"/"Strawberrymouth"

Xenia Hausner

"Erdbeermund"/"Strawberrymouth"

Mixed Media auf Dibond / Mixed media on Dibond 2006

80 x 265 cm

[16099]


Die in Berlin lebende Österreicherin Xenia Hausner nimmt in der gegenständlichen Malerei der Gegenwart als international vertretene Künstlerin eine starke Position ein.

Neben Einzelausstellungen in der Kunsthalle Wien und dem Museum der Bildenden Künste Leipzig (1997), dem Käthe-Kollwitz-Museum in Berlin und dem Staatlichen Russischen Museum St. Petersburg (2000), dem Rupertinum, Museum der Moderne in Salzburg (2001) war ihr Werk in den letzten Jahren auf verschiedenen internationalen Messen vertreten, darunter der Art Palmbeach (2006), der Arco Madrid, Art Chicago, Art Basel (2004) und der Art Cologne, Art Chicago, Art Basel Miami (2003).

Xenia Hausners Thema ist der Mensch. Dabei interessiert sie nicht die Abbildung der äußeren Erscheinung, sie inszeniert vielmehr intime Konstellationen und zeigt so wahre Figuren in erfundenen Geschichten. Sie beschreibt die Erfahrungen zwischenmenschlicher Beziehungen - Liebe, Einsamkeit, Sehnsucht – in einem Raum wie einer privaten, gemalten Bühne, Experimentierfeld und Untersuchungsort, deren Spieler keine andere Rolle als die ihres eigenen Ich darstellen und deren Publikum auf eine einzige Betrachterperson reduziert ist. Ihre Figuren - sei es klassische Acrylmalerei auf Hartfaser oder auch ihre malerischen Arbeiten auf Fotos - können den Betrachter durch ihre sinnliche Intensität derart in Bann ziehen, dass das als Momentaufnahme erscheinende Sujet selbst dabei in den Hintergrund tritt.

Die Fotografie war ursprünglich für die Künstlerin ein Hilfsmittel visuellen Erinnerns, wurde als "Werkzeug" für Arbeitsprozesse und kompositorische Gestaltungen herangezogen und im "Vorraum" der Malerei eingesetzt. Dann tauchte sie als partielles Collageelement auf ihren großformatigen Gemälden auf. In den neuesten "Mixed Media"-Arbeiten führt Xenia Hausner auf "analogem" Weg die Verbindung von Foto und Farbe herbei und setzt diese spannungsreich gegeneinander. Das überdimensionale Foto wird zum stimulierenden Untergrund für den darauf folgenden Farbeinsatz und malerischen Prozess. Auf dem Weg vom Foto zum Gemälde erreicht die Künstlerin eine enorme Steigerung der Ausdrucksintensität und macht dabei den Arbeitsprozess bewusst sichtbar. In dem Spannungsfeld von Realem und Imaginärem gewinnen die Arbeiten einen fast lyrischen Gestus, der ihrem künstlerischen Werk einen neuen Akzent verleiht.

Die Kölner Galerieausstellung zeigt neben den neuesten Arbeiten aus 2006 auch einige Arbeiten, die in den letzten beiden Museumsausstellungen der Künstlerin im LudwigMuseum in Koblenz (20.11.05–29.01.06) und im KunstHaus Wien (15.02.06–14.05.06) zu sehen waren.



01.04.2006–22.04.2006

Accrochage – Graphik und Malerei der Klassischen Moderne
und zeitgenössische Malerei aus den Beständen

Serge Poliakoff, "Composition bruns, bleus, jaunes"

Serge Poliakoff

"Composition bruns, bleus, jaunes"

Gouache auf Papier, auf Karton aufgezogen 1949

65 x 50 cm

[14935]

Helmut Newton, "Big Nude Camilla"

Helmut Newton, "Big Nude Raquel"

Helmut Newton

"Big Nude Camilla", "Big Nude Raquel"

Silbergelatineabzug 1993 (Nizza)

ca. 50 x 40 cm, Abb. ca. 47 x 37 cm

[15456] [15458]



18.03.2006–15.04.2006

DA DA DALI – Salvador Dalí in Bildern von Werner Bokelberg

Salvador Dalí

Werner Bokelberg (geb.1937 in Bremen)

"Salvador Dalí"

Print auf Barytpapier (1965/2004)

50 x 60 cm

[01]


Fotoausstellung im soeben fertiggestellten Studio der Galerie Boisserée

vom 18. März bis 15. April 2006


Zur Ausstellung liegt der neuaufgelegte Bildband "Salvador Dalí DA DA DALI in Bildern von Werner Bokelberg", Kerber Verlag zum Preis von Euro 32 aus.


Im Jahre 1965 kamen der Fotograph Werner Bokelberg und der Journalist Walther Hermann Schünemann in Paris mit Salvador Dalí zusammen, um mit ihm eine Bildreportage für den "Stern" zu verabreden. Dalís Ansehen als exzentrischer Künstler, der seine eigene Über- und Es-Person in der Kunst zelebrierte, hatte sich verfestigt, und ließ einiges an aussagekräftigem Material erwarten.

Der katalanische Surrealist war sehr rasch von den jungen Journalisten eingenommen, und lud sie spontan zum Setting in sein privates Domizil in Port Lligat ein. Einzige Bedingung für die Verabredung war, dass die Beiden eine schöne Blondine mitbringen sollten - "zur Entzündung der Magie des Künstlers". Im Frühjahr trafen denn Bokelberg und Schünemann in Port Lligat ein. Bei sich hatten sie das dänische Model Lotte Tarp, von Dalí kurzerhand in "Ginesta Ophelia" umbenannt. Der Magier wurde von "Ginestas hinreißenden Hüftknochen" tatsächlich entflammt, und so fokussierte sich ihm in den folgenden acht Shooting-Tagen das Universum in diesem anatomischen Detail.

Mit Dalís Invention entstanden mehrere Fotoserien, die seine offensive Auffassung von den sublimierenden Möglichkeiten in der Kunst in Szene setzen. Dalí mit und ohne Lotte Tarp, Lotte Tarp mit und ohne Dalí, naturelle und in Verkleidung, dazwischen auch mal Gala, und alle Aufnahmen so, dass in Dalís Gesicht die Bürde der Obsession künstlerischen Begehrens zu lesen ist. Die ist selbst in den Aufnahmen, die Dalí wie beim Chill-Out mit erschöpftem Blick aufs Meer zeigen, zu spüren.

Die sexuelle Besessenheit sei Voraussetzung für jedes künstlerische Schaffen, bekundete Dalí im Vorwort der ein Jahr später entstandenen und vom Künstler mitredigierten Buchedition der Aufnahmen.

Die Galerie Boisserée zeigt nun eine Auswahl der Aufnahmen von Werner Bokelberg parallel zum Beginn der Dalí-Ausstellung "La Gare de Perpignon" im Museum Ludwig, Köln.


08.02.2006–25.03.2006

"Franziskus Wendels – LandFlucht"

Neue Arbeiten auf Leinwand

anlässlich der Einzelausstellung im Ludwig Museum Koblenz vom 05.02.-19.03.2006

Franziskus Wendels, Orbit

Franziskus Wendels

Orbit

Lack, Pigmente auf Leinwand, 2005

180 x 450 cm (3 Teile)

Franziskus Wendels, Heimkehr 4

Franziskus Wendels

Heimkehr 4

Lack, Pigmente, Öl auf Leinwand, 2004

150 x 200 cm

Franziskus Wendels, Chez les Schmitz

Franziskus Wendels

Chez les Schmitz

Lack, Pigmente, Öl auf Leinwand, 2003

100 x 180 cm


Zur Ausstellung lag der neue Katalog "Landflucht" mit über 40 meist farbigen Abbildungen zum Preis von Euro 15 aus.