Ausstellung / Exhibition / Exposición / Exposition
04.09.2009–10.10.2009
EMIL SCHUMACHER
(Hagen 1912 – 1999 San José/Ibiza)
Aquatints and works on paper

18. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"1/1989"
Farbaquatintaradierung 1989
59,6 x 75 cm Pr. 39,3 x 54,8 cm
sign. num.
Auflage 85 Exemplare
Locarno 94 Seite 412/13 Dortmund 06 Seite 17
[18222]
We cordially invite you and your friends to our opening
on Saturday, the 5th of September 2009, at 12:00
Guest Speaker:
Dr. Alexander Klar,
Director of the Emil Schumacher Museum Hagen
Johannes Schilling
The exhibition will be accompanied by a fully illustrated catalogue of some of the works from the exhibition (68 pages, 52 images of works on paper/prints and photos of the artist) with a text from Dr. Alexander Klar, Director Emil Schumacher Museum Hagen and a text from von Johannes Schilling, Galerie Boisserée (price Euro 10).
You also have the possibility to leaf through
the cataloque virtually by clicking here
(use the left mouse-key to leaf through online, or the right mouse-key to download).
The catalogue is stored as a PDF-file and can be read with the Adobe Reader.
To download the Adobe Reader visit the following address: http://www.adobe.de.
"DÜSSELDORF COLOGNE OPEN GALLERIES"
(gemeinsame Saisoneröffnung / shared season opening):
Friday the 4th of September until 10.00 p.m.,
Saturday the 5th of September until 8.00 p.m.,
Sunday, the 6th of September from 12.00 to 4.00 p.m.
Please see all the works from the exhibition on this site.

4. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"G-60/1988"
Gouache auf Bütten mit Mischtechnik 1988
60,5 x 85 cm
sign. dat.
[18229]
Schumacher hat als einer der großen deutschen Nachkriegskünstler die "Stunde Null" und den Neuanfang nach Faschismus und Krieg wörtlich genommen. Über mehr als vier Jahrzehnte trieb er die Fortentwicklung der
abstrakt-expressionistischen Bildsprache voran, dabei war sein malerisches Werk von Anfang an von großer Intensität und Energie gekennzeichnet.
Kaum einem abstrakten deutschen Maler ist es gelungen, seine Kunst so unmittelbar und kraftvoll über die Radiertechnik zu vermitteln wie Emil Schumacher. Die Graphik als Medium hat ihn von seinen künstlerischen
Anfängen an begleitet. Sie ist für ihn genauso selbstverständlich wie die Malerei - seine Malerei ist graphisch geprägt, seine Graphik ist malerisch bestimmt.
Die Technik der Aquatintaradierung kommt in der künstlerischen Intention der des Malens am nächsten: Auf Grund der zum Teil tiefen Ätzung der Druckplatten kommt ihr eine stoffliche, haptisch wahrnehmbare
Darstellungsqualität zu Gute, die Emil Schumacher sehr geschätzt hat und die besonders sein graphisches Œuvre auszeichnet.
Seine Radierungen können als "materialhafte Sensationen" auf Papier eines leidenschaftlichen "peintre-graveurs" bezeichnet werden, der die Kupferplatten verletzt, faltet und deren rechtwinklige Form aufgibt
und es somit schafft, eine Authentizität und Materialhaftigkeit in den künstlerischen Prozess des Radierens zu legen, die in der abstrakten Graphik des 20. Jahrhunderts in dieser Qualität nur selten anzutreffen
sind.
Im Bereich der europäischen Graphik hat Emil Schumacher ein Œuvre hinterlassen, welches in der Gesamtzahl aller entstandenen Graphiken überschaubar bleibt und von Sammlern auf Grund der relativ kleinen Auflagen
geschätzt wird.
Werke / Works of art / Trabajos / Œuvres d'art

Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"Kerim"
Öl und andere Materialien auf Holz 1989
170 x 125 cm
sign.
[18330]

1. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"G-39/1986"
Gouache auf braunem Packpapier mit Mischtechnik 1986
45,5 x 60 cm
sign. dat.
[18227]

2. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"G-69/1986"
Gouache auf Bütten mit Mischtechnik 1986
32,5 x 50 cm
sign. dat.
[18226]

3. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"G-29/1988"
Gouache auf braunem Packpapier mit Mischtechnik 1988
60,5 x 85 cm
sign. dat.
[18228]
"Die Besonderheit der Gouachen ist ihre leichte Form, ihre unmittelbare Hinschrift. … Die Gouachen lassen sich nicht domestizieren als Hilfe zu den Bildern.
Gerne würde ich ihre leichte Form auf ein Bild übertragen, aber meine Erfahrung zeigt mir stets die Unmöglichkeit, und nie ist mir ähnliches geglückt.
Papier hat seine eigenen ihm innewohnenden Gesetze: Papier bleibt Papier – sonst wird es ein Papiertiger."
Emil Schumacher

4. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"G-60/1988"
Gouache auf Bütten mit Mischtechnik 1988
60,5 x 85 cm
sign. dat.
[18229]

5. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"G-98/1988"
Gouache auf braunem Packpapier mit Mischtechnik 1988
54 x 72,5 cm
sign. dat.
[15137]

6. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"GE-19/1990"
Gouache auf Bütten mit Mischtechnik 1990
46,5 x 67 cm
sign. dat.
[18284]
"Meine Liebe gehört dem Papier, so wie es sich anbietet in all seinen Formen; vom kostbaren Bütten bis zum ärmlichen Packpapier,
vom bedruckten Papier der Zeitung bis zum "Makkaroni-Latino" auf handgeschöpftem, alten Bütten. Ich behandle es respektlos, zerknittere es, zerreiß es, um es dann wieder zusammenzufügen.
Es entstehen Verletzungen, Narben – das ist gut so, es gehört dazu. Ich verleibe es dem weiteren Prozess ein. So oder ähnlich, wie ich es schinde,
wird mir das Papier gefügig und hilft mir weiter."
Emil Schumacher

7. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"GG-15/1996"
Gouache mit Mischtechnik auf Bütten 1996
59 x 77 cm
sign. dat.
[18283]

8. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"GE-7/1997"
Gouache auf Bütten mit Mischtechnik 1997
35 x 44,5 cm
sign. dat.
[18285]
"Ich will in die Tiefe, durch das Material hindurch, es aufbrechen. Ähnliches gilt für meine Graphiken. Bei Holzschnitten etwa kann man die Splittrigkeit und die Sprödigkeit des Materials einbeziehen.
Ich stelle heute allerdings vorwiegend Tiefdrucke her. Tiefdrucktechniken wie die Radierung und die Aquatinta ziehe ich dem Flachdruck vor … eine Metallplatte für eine Radierung lässt sich zusätzlich gestalten,
beispielsweise mit einem Hammer bearbeiten oder mit einer Blechschere schneiden.
Beim Druck können Strukturen von der Prägung auf der Rückseite sichtbar werden."
Emil Schumacher

9. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"6/1966"
Farbaquatintaradierung 1966
53,1 x 78,5 cm Pr. 32 x 49,6 cm
sign. num.
Auflage 130 Exemplare
Locarno 94 Seite 344/45
[17606]

10. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
ohne Titel
Farbaquatintaradierung 1970
53 x 38,8 cm Pr. 30,5 x 31,5 cm
sign.
Freiburg 91 Seite 33
[18155]
"Die Linie spielt eine entscheidende Rolle. In der Linie manifestiert sich vieles, was mit Farbe nicht so einfach darzustellen ist.
An der Linie erkennt man sofort, wes Geistes Kind der Maler ist. Durch die Linie wird die unmittelbare Mitteilung gemacht.
Schon die Höhlenmaler haben sich ganz durch Linien ausgedrückt, Kinder äußern sich durch Linien. All dies zeigt, dass die Linie ein ganz wesentlicher Bestandteil menschlicher Äußerungen ist."
Emil Schumacher

11. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"3/1972"
Farbaquatintaradierung 1972
70 x 53 cm Pr. 49,5 x 36,5 cm
sign. num.
Auflage 195 Exemplare
Locarno 94 Seite 362/63
[18187] [18186]

12. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"4/1974"
Farbaquatintaradierung 1974
77,2 x 60,2 cm Pr. 56 x 43,8 cm
sign. num.
Auflage 75 Exemplare
Locarno 94 Seite 378/79
[17449] [17791]
"Farbe schafft mir eine Welt, und meistens ist es eine einfache Farbe, ein Blau, ein Gelb, ein Rot. … Aus dem Dunkel heraus, aus dem Unbekannten, entwickle ich die Farbigkeit.
Ich dränge nicht wie die meisten Maler vom Hell ins Dunkel, sondern ich gehe den umgekehrten Weg. Zum Schluss, mit der durchscheinenden Dunkelheit, wird das Helle intensiver und, auf dem dunklen Grund,
das Blau leuchtender, es wird geheimnisvoller, bringt mehr Empfindungen …"
Emil Schumacher

13. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"1/1987"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1987
39,5 x 30 cm Pr. 21,9 x 16,3 cm
sign. num.
Auflage 90 Exemplare
Locarno 94 Seite 394/95, Dortmund 06 Seite 11 links
[18202]

14. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"2/1987"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1987
39,5 x 30 cm Pr. 22,2 x 16,4 cm
sign. num.
Auflage 90 Exemplare
Locarno 94 Seite 396/97, Dortmund 06 Seite 11 rechts
[18203]

15. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"1/1988"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1988
79 x 100 cm Pr. 59,7 x 79 cm
sign. num.
Auflage 57 Exemplare
Locarno 94 Seite 402/03, Dortmund 06 Seite 13
[11385] [18267]

16. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"5/1988"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1988
52,5 x 60 cm Pr. 35 x 39,5 cm
sign. num.
Auflage 57 Exemplare
Dortmund 06 Seite 12 links
[18221]

17. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"6/1988"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1988
52,5 x 60 cm Pr. 35 x 39,5 cm
sign. num.
Auflage 57 Exemplare
Locarno 94 Seite 410/11, Dortmund 06 Seite 16 links
[18220]

18. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"1/1989"
Farbaquatintaradierung 1989
59,6 x 75 cm Pr. 39,3 x 54,8 cm
sign. num.
Auflage 85 Exemplare
Locarno 94 Seite 412/13 Dortmund 06 Seite 17
[18222]

19. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"2/1989"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1989
78 x 100 cm Pr. 59,5 x 78,5 cm
sign. num.
Auflage 57 Exemplare
Locarno 94 Seite 414/15, Dortmund 06 Seite 35
[18223]
"An meiner Unterschrift, die sich in zwanzig, dreißig Jahren wesentlich geändert hat, erkenne ich meine eigene Entwicklung. Die heutige Unterschrift zeugt von der Lässigkeit,
von der Freiheit, die ich mir erobert habe. Früher war ich ängstlicher. Das zeigt doch, dass sowohl meine Person als auch meine Malerei der jeweils konkreten Gegenwart
eng verbunden sind. … Ich sehe in meinem Schriftzug, der sich mit der Zeit so entwickelt und ausgeprägt hat, ganz einfach eine Lebenszeichnung, das Auf und Ab meines Daseins. …"
Emil Schumacher

20. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"3/1990"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1990
150 x 99,5 cm Pr. 123,5 x 83 cm
sign. num.
Auflage 33 Exemplare
Locarno 94 Seite 420/21, Dortmund 06 Seite 20
[18272]

21. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"13/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
51 x 65,5 cm Pr. 39,5 x 49,3 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 428/29, Dortmund 06 Seite 22 rechts
[16730] [18232]

22. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"14/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
51 x 65,5 cm Pr. 39 x 49 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 430/31, Dortmund 06 Seite 23
[17786] [18236]

23. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"15/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
65,5 x 50,5 cm Pr. 49 x 39,5 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 432/33, Dortmund 06 Seite 24 links
[17785] [18237]

24. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"18/1990"
Farbaquatintaradierung 1987
65 x 51 cm Pr. 49,2 x 39,5 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 438/39, Dortmund 06 Seite 26 rechts
[18204]

25. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"21/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
65 x 51 cm Pr. 49,1 x 39,5 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 444/45, Dortmund 06 Seite 28
[18207]

26. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"22/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
65,5 x 51 cm Pr. 49 x 39,5 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 446/47, Dortmund 06 Seite 28 rechts
[18288]

27. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"23/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
50,5 x 65,5 cm Pr. 39,5 x 49,4 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 448/49, Dortmund 06 Seite 29
[18206]

28. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"24/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
51 x 65,5 cm Pr. 39 x 49 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 450/51, Dortmund 06 Seite 30
[18217]

29. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"25/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
51 x 65,5 cm Pr. 39,5 x 49,5 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 452/53, Dortmund 06 Seite 31
[15133] [18233]

30. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"3/1991"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1991
66,8 x 85 cm Pr. 44,3 x 73,4 cm
sign. num.
Auflage 55 Exemplare
Locarno 94 Seite 454/55, Dortmund 06 Seite 16 rechts
[18225]
"Am Anfang stehen Unruhe und Kribbeln, die sich meiner bemächtigen und mich veranlassen, etwas zu beginnen. …. Ich gehe ins Atelier und lenke mich ab
mit unnützen Tätigkeiten, die mit Kreativität nichts zu tun haben.Auf einmal beginnt aus dem planlosen Tun ein planvolles Machen.
Ich wähle eine der vorhandenen Platten oder Leinwände aus und starte mit einem Flecken Farbe, meistens in der linken Bildecke.
Dann verlangt dieser Flecken nach Ergänzung, Kontrast, Widerspruch, Zustimmung. Bei der zweiten Aktion bin ich schon gebunden, das zu tun, was das Bild verlangt.
Das Bild hat eine eigene Gesetzmäßigkeit, der ich nachspüren muss, wobei meine künstlerische Freiheit nur noch beschränkt vorhanden ist.
Erst beim letzten Flecken, Punkt oder Strich kommt meine künstlerische Entscheidung wieder zum Tragen. Durch diesen letzten freiheitlichen Akt ist das Bild gewonnen.
Bilder zu malen ist eine Tyrannei. Aber das Glück, ein gelungenes Bild gemalt zu haben, ist weit größer, als der Zwang zu malen. Dann folgt das Gefühl der Erschöpfung.
… Die Erschöpfung, die Leere sagen mir, dass etwas von mir gegangen ist. Meistens verlasse ich dann das Atelier, gehe in den Garten und erhole mich."
Emil Schumacher




31. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"Spaces"
("4/1991", "5/1991", "6/1991" und "7/1991")
vier Farbaquatintaradierungen mit Kaltnadel 1991
49 x 63,5 cm Pr. 40 x 50 cm
sign. bez. bet.
Auflage 46 Exemplare
Locarno 94 Seite 456-63, Dortmund 06 Seite 32-34
[17784]

32. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"4/1991"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1991
50,5 x 65,5 cm Pr. 39,5 x 49,5 cm
sign. num.
Auflage 45 Exemplare
Locarno 94 Seite 458/59, Dortmund 06 Seite 33
[18255]

33. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"10/1993 Tortura"
aus dem Mappenwerk "Artists against Torture" / "Künstler gegen die Folter"
Farbaquatintaradierung 1993
56 x 75 cm Pr. 29,5 x 38,8 cm
sign. bez.
Auflage 150 Exemplare
[18230]
"Die Linie umreißt etwas, sie ist etwas, bringt ein Außen und Innen zum Ausdruck und ist auch ein Ding, das nicht konkret sein kann."
Emil Schumacher

34. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"3/1993 Eulenspiegel"
Farbaquatintaradierung 1993
196,5 x 104,5 cm x 1 cm
sign. num.
Auflage 21 Exemplare
Locarno 94 Seite 490/91, Dortmund 06 Seite 44
[18273]

35. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"4/1993 Weg"
Farbaquatintaradierung 1993
104,5 x 165,5 cm
sign. bez.
Auflage 21 Exemplare
Locarno 94 Seite 492/93, Dortmund 06 Seite 44
[18274]

36. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"6/1993 Räder"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1993
98,5 x 139 cm Pr. 109,5 x 153,5 cm
sign. num.
Auflage 22 Exemplare
Locarno 94 Seite 496/97, Dortmund 06 Seite 46
[18275]

37. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"9/1993"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1993
63 x 77,3 cm Pr. 49,3 x 64,2 cm
sign. num.
Auflage 36 Exemplare
Locarno 94 Seite 502/03, Dortmund 06 Seite 49
[16415]
"Die Abstraktion, die ich verfolgte, war nicht vom Gegenstand fern. Es war in der Abstraktion immer der Gegenstand zu erkennen oder wenigstens zu erahnen.
… Wenn ich Striche zeichne, wenn ich Bewegungen auf die Leinwand bringe, dann möchte ich, da sie untermauert sind durch etwas.
Sie sind nicht schlechthin Striche oder Bewegungen, sondern sie müssen stellvertretend für etwas stehen."
Emil Schumacher

38. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"3/1995"
Farbaquatintaradierung 1995
59 x 40 cm Pr. 20,7 x 14,8 cm
sign. num.
Auflage 42 Exemplare
Dortmund 06 Seite 54 rechts
[18270] [16071] [16070] [15476]

39. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"4/1995"
Farbaquatintaradierung 1995
39 x 58,5 cm Pr. 15,9 x 32,8 cm
sign. num.
Auflage 42 Exemplare
Dortmund 06 Seite 55
[17788] [18240]

40. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"6/1995"
Farbaquatintaradierung 1995
58 x 38,5 cm Pr. 23,5 x 17,5 cm
sign. num.
Auflage 45 Exemplare
Dortmund 06 Seite 57 links
[18214]

41. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"7/1995"
Farbaquatintaradierung 1995
58 x 38,5 cm Pr. 23,5 x 17 cm
sign. num.
Auflage 45 Exemplare
Dortmund 06 Seite 57 rechts
[18212] [18296]

42. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"8/1995"
Farbaquatintaradierung 1995
38,5 x 58,5 cm Pr. 18 x 35,5 cm
sign. num.
Auflage 42 Exemplare
Dortmund 06 Seite 58
[18216]

43. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"9/1995"
Farbaquatintaradierung 1995
39 x 58 cm Pr. 16 x 32,7 cm
sign. num.
Auflage 45 Exemplare
Dortmund 06 Seite 59
[18241] [17787]

44. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"1/1996"
Farbaquatintaradierung 1996
50 x 39,7 cm Pr. 21 x 15 cm
sign. num.
[18282]
"Form
Alles, was ist, hat die ihm gemäße Form oder ist bestrebt, Form anzunehmen: die Inselbildung nach der Überschwemmung, die Schneereste nach der Schmelze,
die Schlacke nach dem Brand. Die Form, die das Leben zur Voraussetzung hat – die Form, die das Leben enthält -, ist "formlos" und doch Form.
Linie
Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Gerade", sagt die Geometrie. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten innerhalb des Bildes kann die gekrümmte,
die verschlungene, sogar die unterbrochene, aber auch die gerade Linie sein. Denn das Maß des Bildes ist die Kraft, die den Weg der Linie diktiert.
Farbe
Es genügt nicht zu sagen: Diese Farbe ist rot, diese Farbe ist auch roter Stoff, greifbarer, tastbarer Stoff. Es gilt, ihre Gefügigkeit zu überwinden.
Nur dann nimmt sie Charakter an.
Materie
Bildmaterial und Bildmaterie: Das eine steht am Anfang, das andere am Ende. Das Material bedeutet Inspiration und Widerstand zugleich.
Aus dem Wesen, aber auch am Widerstand des Materials formt sich das Bild. Der Charakter des Bildes kann nicht nur der seiner Materialien sein.
Zerstörung
Die äußere Form, Widerstand zu brechen, ist die Zerstörung: ein primitiver Gestus der Verzweiflung und der Lust. Die Antwort heißt nicht: heilen, sondern: bannen; nicht wiederherstellen,
sondern den Zerstörungsakt dem Bilde einverleiben – als Ausdruck und als Form.
Raum
Raumtiefe: nicht nur Tiefendimension des Bildes, sondern greifbare, tastbare Nähe: Der Bildraum schließt sich nach hinten, drängt nach vorn.
Raumweite: Linie, die den Raum beschreibt. Bögen, die ihn umspannen, Konturen, die ihn begrenzen. Begrenzter, endlicher messbarer – und doch nicht nachmessbarer – Raum.
Natur
Jedenfalls der Erde näher als den Sternen. So kommt der Gedanke an Landschaft auf: Oben und Unten, die Linie des Horizonts. Landschaften sind es nicht;
aber wie könnte ich mich der Natur entziehen."
Sieben bekannte Aphorismen - Emil Schumacher

50. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
ohne Titel
Radierung 60er Jahre
53,5 x 38 cm Pr. 36 x 27 cm
sign. num.
Auflage 300 Exemplare
[9069]

51. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"5/1987 Pastorale"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1987
39,5 x 30 cm Pr. 10,5 x 15,5 cm
sign. num.
Auflage 77 Exemplare
Locarno 94 Seite 398/99, Dortmund 06 Seite 12 rechts
[18239]

52. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"2/1988"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1988
78,8 x 99,7 cm Pr. 59,5 x 78,5 cm
sign. num.
Auflage 57 Exemplare
Locarno 94 Seite 404/05, Dortmund 06 Seite 14
[18235]

53. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"3/1988"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1988
75 x 60 cm Pr. 54,8 x 39,3 cm
sign. num.
Auflage 57 Exemplare
Locarno 94 Seite 406/07, Dortmund 06 Seite 15 links
[18264]

54. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"4/1988"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1988
60 x 75 cm Pr. 39,2 x 54,6 cm
sign. num.
Auflage 57 Exemplare
Locarno 94 Seite 408/09, Dortmund 06 Seite 15 rechts
[18268]

55. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"10/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
65,5 x 51 cm Pr. 49,3 x 39,3 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 422/23, Dortmund 06 Seite 21 links
[18253]

56. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"11/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
65,5 x 51 cm Pr. 49,3 x 39 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 424/25, Dortmund 06 Seite 21 rechts
[18254]

57. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"12/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
65,5 x 51 cm Pr. 49,3 x 39 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 426/27, Dortmund 06 Seite 22 links
[18252]

58. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"16/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
65,5 x 51 cm Pr. 49,5 x 39,2 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 434/35, Dortmund 06 Seite 26 links
[18250]

59. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"17/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
65,5 x 51 cm Pr. 49,5 x 39,2 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 436/37, Dortmund 06 Seite 24 rechts
[18251]

60. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"19/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
51 x 65,5 cm Pr. 39,5 x 49,5 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 440/41, Dortmund 06 Seite25
[18249]

61. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"20/1990"
Farbaquatintaradierung 1990
51 x 65 cm Pr. 39,5 x 49,5 cm
sign. num.
Auflage 49 Exemplare
Locarno 94 Seite 442/43, Dortmund 06 Seite 27 links
[18247]

62. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"2/1991"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1991
66 x 50 cm Pr. 24,5 x 37,5 cm
sign. num.
Auflage 55 Exemplare
Locarno 94 Seite 464/65, Dortmund 06 Seite 36 rechts
[18257]

63. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"1/1992"
Lithographie auf grauem Bütten 1992
70 x 90 cm Abb. 48 x 65 cm
sign. num. bez.
Auflage 45 Exemplare
Locarno 94 Seite 466/67, Dortmund 06 Seite 36 links
[18269]

64. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"2/1992"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1992
40 x 50 cm Pr. 16 x 33 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Locarno 94 Seite 468/69, Dortmund 06 Seite 37 links
[18256]

65. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"3/1992"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1992
50 x 40 cm Pr. 18 x 22,3 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Locarno 94 Seite 470/71, Dortmund 06 Seite 37 rechts
[18244]

66. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"4/1992"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1992
50 x 40 cm Pr. 11 x 16 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Locarno 94 Seite 472/73, Dortmund 06 Seite 38 links
[18243]

67. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"5/1992"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1992
50 x 40 cm Pr. 14,8 x 19,4 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Locarno 94 Seite 474/75, Dortmund 06 Seite 38 rechts
[18245]

68. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"6/1992"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1992
50 x 40 cm Pr. 19,7 x 15 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Locarno 94 Seite 476/77, Dortmund 06 Seite 39 links
[18246]

69. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"7/1992"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1992
50 x 40 cm Pr. 25,9 x 17 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Locarno 94 Seite 478/79, Dortmund 06 Seite 39 rechts
[18266]

70. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"8/1992"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1992
50 x 59,5 cm Pr. 30,5 x 40 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Locarno 94, Dortmund 06 Seite 480/81, Seite 40 links
[18263]

71. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"9/1992"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1992
50 x 66 cm Pr. 22 x 49,5 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Locarno 94 Seite 482/83, Dortmund 06 Seite 40 rechts
[18262]

72. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"8/1993"
Aquatintaradierung mit Kaltnadel 1993
80 x 97,3 cm Pr. 61,5 x 82 cm
sign. num.
Auflage 33 Exemplare
Locarno 94 Seite 500/01, Dortmund 06 Seite 48 rechts
[18234]

73. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"1/1994"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1994
40 x 50 cm Pr. 22,5 x 23 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Dortmund 06 Seite 50
[18258]

74. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"2/1994"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1994
40 x 50 cm Pr. 25,5 x 33 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Dortmund 06 Seite 51
[18259]

75. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"3/1994 Die Quelle"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1994
40 x 50 cm Pr. 21,5 x 30 cm
sign. bez.
Auflage 270 Exemplare
Dortmund 06 Seite 55 links
[18260]

76. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"4/1994 Il pastore"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1994
23 x 21 cm Pr. 15 x 14 cm
sign. num.
Auflage 105 Exemplare
Dortmund 06 Seite 52 rechts
[18242]

77. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"1/1995"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1995
32,3 x 25 cm Pr. 20,2 x 14,8 cm
sign. num.
Auflage 80 Exemplare
Dortmund 06 Seite 53
[18238]

78. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"2/1995, 8. Mai"
Farbaquatintaradierung mit Kaltnadel 1995
104,7 x 80 cm Pr. 79,5 x 60 cm
sign. num.
Auflage 50 Exemplare
Dortmund 06 Seite 54 links
[18271]

79. Emil Schumacher
(Hagen 1912 - 1999 San José/Ibiza)
"5/1995"
Farbaquatintaradierung 1995
58 x 38,5 cm Pr. 20,8 x 14,8 cm
sign. num.
Auflage 42 Exemplare
Dortmund 06 Seite 56
[18261]
Texte aus dem Ausstellungskatalog:
Vorwort
Ich freue mich sehr, dass die Galerie Boisserée die Eröffnung des Emil Schumacher Museums in Hagen zum Anlass nimmt, eine Auswahl der Radierungen und Arbeiten auf Papier Emil Schumachers in Köln zu präsentieren.
Papier zählte von Anfang an zu Emil Schumachers bevorzugten Materialien. Der technisch versierte Künstler kannte alle Vorzüge und Möglichkeiten, die mit der Stofflichkeit des Trägermediums Papier verbunden sind.
Die Grafik war dabei die erste Disziplin, der sich der junge Schumacher in der Tiefe widmete: Er kannte sein Metier, hatte er doch an der Kunstgewerbeschule in Dortmund freie Grafik studiert. Die Erkundung der
Möglichkeiten des Mediums trieb er über seine gesamte Laufbahn voran. Das Ergebnis ist ein spektakuläres Gesamtwerk, dessen einzelne Gattungen eng miteinander verknüpft sind: Emil Schumachers Arbeiten auf Papier
und seine Druckgrafik besitzen eine ähnlich taktile Sinnlichkeit, wie die großen Arbeiten auf Holz oder Leinwand, die Unmittelbarkeit seines gestischen Duktus ist im großen wie im kleinen Format gleich ausgeprägt.
Das Emil Schumacher Museum möchte einem breiten Publikum Werk und Ästhetik Emil Schumachers vorstellen und seine Kunst national und international diskutieren. Das Museum will sich dabei besonders der Erforschung
des Abstrakten Expressionismus in Zusammenhang mit dem Werk Schumachers widmen. Mit seinem Ausstellungsprogramm wird es sein Werk im Zusammenhang mit parallelen Entwicklungen der Kunst und seinem zeitlichen
Umfeld präsentieren. Es wird darüber hinaus regelmäßig zeitgenössische Künstler vorstellen, die Themen, Formen und Methoden Schumachers aufgreifen und weiterentwickeln.
Wenn nun in der Galerie Boisserée ein wichtiger Aspekt des Schaffens Emil Schumachers beleuchtet wird, ist dies eine wunderbare – und interessante – Ergänzung zu dem in Hagen gezeigten Überblick seines
Lebenswerkes.
Dr. Alexander Klar, Wissenschaftlicher Leiter Emil Schumacher Museum Hagen
Emil Schumacher
(Hagen 1912 – 1999 San José/Ibiza)
Radierungen und Arbeiten auf Papier
Anlässlich der Eröffnung des Emil Schumacher Museums in Hagen am 28.8.2009 und des 10jährigen Todesjahres des deutschen Malers Emil Schumacher zeigt die Kölner Galerie Boisserée eine umfassende Einzelausstellung.
Dem Programmschwerpunkt der Galerie folgend, umfasst die Ausstellung neben Arbeiten auf Papier vorzugsweise seine farbigen Aquatintaradierungen, vorwiegend aus den 1980er und 1990er Jahren.
Schumacher hat als einer der großen deutschen Nachkriegskünstler die "Stunde Null" und den Neuanfang nach Faschismus und Krieg wörtlich genommen. Über mehr als vier Jahrzehnte trieb er die Fortentwicklung der
abstrakt-expressionistischen Bildsprache voran, dabei war sein malerisches Werk war von Anfang an von großer Intensität und Energie gekennzeichnet.
Kaum einem abstrakten deutschen Maler ist es gelungen, seine Kunst so unmittelbar und kraftvoll über die Radiertechnik zu vermitteln wie Emil Schumacher. Die Graphik als Medium hat ihn von seinen künstlerischen
Anfängen an begleitet. Sie ist für ihn genauso selbstverständlich wie die Malerei – seine Malerei ist graphisch geprägt, seine Graphik ist malerisch bestimmt.
Schon früh hat Emil Schumacher mit der Graphik begonnen. Bereits 1934 entstanden erste Holz- und Linolschnitte, Ende der 1950er Jahre die ersten Radierungen, die ihm bereits 1966 den 1. Preis im internationalen
Graphikerwettbewerb von Tokio einbrachten.
Die Technik der Aquatintaradierung kommt in der künstlerischen Intention der des Malens am nächsten: Auf Grund der zum Teil tiefen Ätzung der Druckplatten kommt ihr eine stoffliche, haptisch wahrnehmbare
Darstellungsqualität zu Gute, die Emil Schumacher sehr geschätzt hat und die besonders sein graphisches Œuvre auszeichnet.
Zwischen einem meist dominierenden, formalen Gerüst in Schwarz nutzt er alle Zwischentöne der Aquatintatechnik aus, arbeitet zudem mit der "kalten Nadel" und entwickelt im Laufe der Jahre eine sehr
unkonventionelle, spontane Bearbeitung der Radierplatten. Seine Radierungen können als "materialhafte Sensationen" auf Papier eines leidenschaftlichen "peintre-graveurs" bezeichnet werden, der die
Kupferplatten verletzt, faltet und deren rechtwinklige Form aufgibt und es somit schafft, eine Authentizität und Materialhaftigkeit in den künstlerischen Prozess des Radierens zu legen, die in der
abstrakten Graphik des 20. Jahrhunderts in dieser Qualität nur selten anzutreffen sind.
Die Ausstellung in der Galerie Boisserée zeigt neben einigen der gesuchten Farbaquatinten der 1970er Jahre (wie die Arbeiten "1/1972" und "4/1974") schwerpunktmäßig die Radierungen der 1980er und 1990er Jahre.
Höhepunkte seines graphischen Schaffens stellen die drei zum Teil fast 2 m großen Farbaquatintaradierungen "3/1990", "3/1993 Eulenspiegel" und "4/1993 Weg" dar, sowie eine in Spanien entstandene, 16 Blatt
umfassende Serie gleichgroßer, zum Teil sehr farbintensiver und tief geätzter Aquatintaradierungen aus dem Jahr 1990. Ein besonderes Angebot für den Sammler sind die BAT (Bon à tirer) - Exemplare der vier
Farbaquatintaradierungen "4/1991" - "7/1991", die inhaltlich an Höhlenzeichnungen erinnern.
In den späten Arbeiten Emil Schumachers spürt der Betrachter das unbeirrbare Anliegen des Künstlers, sich mit der Gestaltung des Lebendigen auseinander zu setzen. Die Bewegung, das Fließen der Kraft, werden
in der von ihm gewonnenen, unverkennbaren Farb- und Formensprache in beispielhafter Beständigkeit weiterentwickelt. Zunehmend tauchen in seinen späten Arbeiten Verweise auf gegenständliche oder zumindest
figürlich lesbare Motive auf, meist in archetypischer Reduktion, wie zum Beispiel die Leiter, das Rad, das Pferd oder die menschliche Figur. Die Bildwirkung der Arbeiten beruht meist auf der graphischen
Präsenz dieser genannten Elemente, die als gegenständlich gelesen werden können, aber nicht müssen.
Im Bereich der europäischen Graphik hat Emil Schumacher ein Œuvre hinterlassen, welches in der Gesamtzahl aller entstandenen Graphiken überschaubar bleibt und von Sammlern auf Grund der relativ kleinen
Auflagen zunehmend geschätzt wird.
Johannes Schilling
Biografie / Biography / Biografía / Biographie
| 1912 | Geboren am 29. August in Hagen |
| 1926 | Besuch der Oberrealschule in Hagen |
| 1932-1935 | Auf Wunsch der Eltern Studium an der Kunstgewerbeschule Dortmund |
| 1935-1939 | Freier Maler (ohne Beteiligung an Ausstellungen) |
| 1937 | Begegnung mit Christian Rohlfs |
| 1939-1945 | Dienstverpflichtet als technischer Zeichner in einem Hagener Rüstungsbetrieb |
| 1941 | Heirat mit Ursula Klapprot und Geburt des Sohnes Ulrich |
| Seit 1945 | Unmittelbar nach Kriegsende wieder als freier Maler tätig |
| 1947 | Gründung der Gruppe "junger westen" in Recklinghausen mit Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Ernst Hermanns, Heinrich Siepmann und Hans Werdehausen |
| 1948 | Kunstpreis 'junger westen' der Stadt Recklinghausen |
| 1951 | Es entstehen die ersten ungegenständlichen Bilder, Reise nach Paris |
| 1955 | Kunstpreis der Stadt Iserlohn |
| Seit 1955 | Beteiligung an bedeutenden Ausstellungen im In- und Ausland |
| 1956 | Erste Tastobjekte Conrad-von-Soest-Preis, Münster |
| 1958 | Karl-Ernst-Osthaus-Preis, Hagen Guggenheim Award (National Section), New York |
| 1958-1960 | Professur an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg |
| 1959 | Preis des japanischen Kultusministers anlässlich der V. International Art Exhibition, Tokio Menzione d'Onore, anlässlich des XI. Premio Lissone Beteiligung an der documenta II |
| 1962 | Reise nach Libyen und Tunesien, Aufenthalt in Italien Premio Cardazzo, anlässlich der XXX. Biennale di Venezia First prize silver medal, Bang Danh-Du Award anlässlich der 1st International Arts Exhibition, Saigon |
| 1963 | Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf |
| 1964 | Beteiligung an der documenta III |
| 1965 | 2. Preis der VI. Exposition International de Gravure, Ljubljana |
| 1966-1977 | Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe |
| 1966 | Prize of the Governor of Tokio, anlässlich der 5th International Biennale Exhibition of Prints, Tokio |
| 1967-1968 | Gastprofessur (Visiting artist) an der Minneapolis School of Art Minneapolis |
| 1968 | Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland |
| Seit 1968 | Mitglied der Akademie der Künste, Berlin |
| 1969 | Aufenthalt auf der tunesischen Insel Djerba |
| 1974 | Ibiza'74, Preis der Stadt Ibiza anlässlich der Graphik-Biennale 1974 |
| 1978 | August Macke Preis der Stadt Meschede |
| 1980 | Erneuter Aufenthalt in Tunesien |
| 1982 | Mitglied des Ordens 'Pour le mérite' für Wissenschaften und Künste Rubenspreis der Stadt Siegen Ehrenring der Stadt Hagen |
| 1983 | Reise nach Marokko Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland |
| 1985 | Ehrengast der Deutschen Akademie Rom, Villa Massimo |
| 1987 | Jerg-Ratgeb-Preis der Stadt Reutlingen Preis der Europäischen Akademie für Bildende Kunst, Trier Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen |
| 1988 | Silber-Medaille anlässlich der 2. Internationalen Biennale in Bagdad, Irak Gestaltung einer 20 m breiten Keramik-Wand im neuen Gebäude des Landtages von Nordrhein-Westfalen |
| 29.08.1988 | Ehrenbürger der Stadt Hagen |
| 1990 | Herbert-Boeckl-Preis für moderne europäische Malerei, Salzburg Erster Preis der 1. Biennale Européenne de l'estampe contemporaine Diekirch, Luxembourg Ehrung als 'Bürger des Ruhrgebiets' durch die Vereinigung "pro Ruhrgebiet", Essen |
| 1991 | Grand prix d'honneur, Goldmedaille anlässlich der XIX. Biennale Internationale de Gravure, Ljubljana Harry-Graf-Keßler-Preis des Deutschen Künstlerbundes Gastprofessur beim Concorso Superiore Internazionale del Disegno der Fondazione Antonio Ratti, Como |
| 1992 | Verleihung des Doktorgrades ehrenhalber, Dr. phil. h.c. durch die Universität Dortmund |
| 1993 | Salle d'honneur der XX. Biennale Internationale de Gravure, Ljubljana |
| 1996 | Gestaltung einer 20 m langen und 3 m hohen Mosaik-Wand für die Metro-Station Colosseo in Rom |
| 18.2.1997 | Uraufführung "Zwischen Himmel und Erde", einer Bildvertonung von Walter Steffens zum 85. Geburtstag von Emil Schumacher durch das Philharmonische Orchester Hagen |
| 1997 | Grand prix d'honneur der Internationalen Graphik-Triennale 1997, Krakau Verleihung der Würde des Ehrenbürgers an der Friedrich-Schiller Universität, Jena |
| 1998 | Auftrag für ein Wandgemälde im Gebäude des Reichstages Berlin (Ausführung 1999) |
| 1999 | Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden Erscheinen des Malerbuches 'GENESIS' mit 18 Serigraphien in der Edition Har-El, Jaffa/Israel |
| 1999 | Gestorben am 4. Oktober 1999 in San José/Ibiza |
Works in museums (selection):
Bundesrepublik Deutschland; Nationalgalerie, Berlin; Städtische Kunstgalerie, Bochum; Kunstmuseum Bonn; Kunsthalle Bremen; Museum am Ostwall, Dortmund; Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf; Kunstsammlung der Stadt Düsseldorf, Düsseldorf; Folkwang Museum, Essen; Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt; Hamburger Kunsthalle; Museum Ludwig, Köln; Neue Pinakothek, München; Staatsgalerie Stuttgart; Salomon R. Guggenheim Museum, New York; Metropolitan Museum of Art, New York; Museum des 20. Jahrhunderts, Staatliche Graphische Sammlung Albertina, Wien; Tate Gallery, London; Viktoria and Albert Museum, London; Museum of Fine Arts, Houston, Texas; University of Iowa, Museum of Art, Iowa City; University of Michigan Museum of Art; Cleveland Museum of Art; Philadelphia Museum of Art; San Francisco Museum of Art; National–Galleri, Oslo; Musée des Beaux-Arts, Lyon; Moderna Galerija, Ljubljana; Muzeum Nardowe w Krakowie, Krakau
Literature:
Freiburg 91
Emil Schumacher. Die frühe Druckgraphik. Johanna Schiessel, Abstracta-Verlag, Freiburg i.Br., 1991
Locarno 94
Emil Schumacher 2. Città di Locarno. Musei e cultura, Pinacoteca communale Casa Rusca. 25. September bis 11. Dezember 1994, Hrsg. Feda SA, Fidia Edizione d’Arte, Lugano/Locarno
Dormund 97
Emil Schumacher. Ausstellung im VEW-Verwaltungsgebäude Dortmund. 10 März bis 5. April 1997. Hrsg. VEW-Energie AG
Dormund 06
Emil Schumacher. Die Kunst unserer Region. Zu Gast bei RWE Westfalen-Weser-Ems. Eine Ausstellung mit graphischen Werken von Emil Schumacher im RWE Tower Dortmund. 9. Juni bis 10. August 2006.
Hrsg. RWE Westfalen-Weser-Ems AG