Max Ernst

Exhibition in the Galerie Boisserée

02.09.2005–08.10.2005

Max Ernst

(Brühl 1891–1976 Paris)

Paintings, Drawings, Frottages, selected Prints and Multiples
and portrait-photos of the artist Max Ernst from Edward Quinn (1920–1997)


The exhibition was accompanied by a fully illustrated catalogue.

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Biografía

1891 Max Ernst wird am 2. April in Brühl bei Köln geboren. Sein Vater, ein strenger aber liebenswerter Lehrer an einer Taubstummenschule, malt in seiner Freizeit hin und wieder gegenständliche, eher naive Bilder.
1908–14 Sein Studium der Altphilologie, Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte an der Universität Bonn unterbricht Ernst immer wieder, um sich der Malerei und Literatur zu widmen. Er schließt sich dem Kreis "Das junge Rheinland" an und nimmt an dessen Ausstellungen teil. In diese Zeit fällt auch der Beginn der Freundschaft mit August Macke.
1913 Durch Macke lernt er den Maler Robert Delaunay und den Dichter Guillaume Apollinaire kennen, der einen tiefen Eindruck bei ihm hinterlässt.
1914 In der Kölner Galerie Feldmann macht er zufällig Bekanntschaft mit Hans Arp. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird er zum Militärdienst eingezogen und malt in den kurzen Ruhepausen Aquarelle, die fast alle durch den Krieg verloren gehen. Er stellt in der Berliner Galerie "Der Sturm" aus und lernt dort während eines Fronturlaubes die beiden Dadakünstler George Grosz und Wieland Herzfelde kennen.
1918 Ernst heiratet seine Studienfreundin, die Kunsthistorikerin Luise Straus. Gemeinsam mit seinen Freunden Alfred Grünwald, der sich Baargeld nennt, und Hans Arp gründet Ernst die Kölner Dada-Gruppe "W 3" (W steht für Weststudien, 3 für die drei Gründungsmitglieder). Sie geben die Zeitschrift "Der Ventilator" und später "Die Schammade" heraus und organisieren die erste Dada-Ausstellung in Köln.
1919 Er lernt Paul Klee in München kennen. In der Buchhandlung Goltz stößt er auf die Zeitschrift "Valori plastici" mit Reproduktionen von Bildern von Giorgio de Chirico und Carlo Carrà, die seine Arbeiten inspirieren. Er widmet de Chirico ein Mappe mit 8 Lithographien: "Fiat modes pereat ars"
1920 Am 24. Juni wird sein Sohn Ulrich (Jimmy) geboren.
1921 Auf André Bretons Einladung hin stellt Max Ernst seine Arbeiten in der Buchhandlung "Au Sans Pareil" in Paris aus. Die Vernissage geht mit einer großen Dada-Kundgebung einher - ein Zeichen für das Interesse, das ihm von der Pariser Dada-Gruppe entgegen gebracht wird. Es folgt ein gemeinsamer Ferienaufenthalt in Tarrenz in Tirol mit André Breton, Sophie Taeuber, Hans Arp und Tristan Tzara. Paul und Gala Eluard besuchen die Ernsts in Köln.
1922 Paul Eluard erwirbt die Bilder "Der Elefant Celebes" und "Oedipus Rex". Ernst illustriert den Gedichtband "Répétitions" von Eluard mit Collagen. Außerdem veröffentlichen beide zusammen die "Malheurs des immortels". Ernst lässt sich in Paris nieder und verdient sich mit Gelegenheitsarbeiten den Lebensunterhalt. Eineinhalb Jahre wohnt er bei Eluard in Saint-Brice und Eaubonne und schmückt dessen Haus mit Wandgemälden aus. Es entstehen u.a. "Das Rendez-vous der Freunde", "Pietà oder die Revolution bei Nacht", "Die heilige Cäcilie", "Das innere Gesicht", "Die Menschen werden nichts davon wissen."
1923 Ausstellung im Salon des Indépendants. Maler und Schriftsteller bezeugen ihre Sympathie. Sammler beginnen sich zu interessieren. Ernst verkauft den Hauptteil seines künstlerischen Werkes an die Düsseldorfer Galeristin Johanna Eye, um mit dem Erlös Paul Eluard nach Saigon in Indochina nachreisen zu können.
1924 Enger Kontakt mit der Pariser Surrealistengruppe um André Breton. Veröffentlichung des "Ersten Surrealistischen Manifests"
1925 Max Ernst mietet zusammen mit Arp und Miró ein Atelier. Es entstehen erste Frottagen, die ein Jahr später von Jeanner Bucher unter dem Titel "Histoire Naturelle" zusammengefasst ausgestellt und herausgegeben werden.
1926 Erste bedeutendere Ausstellung in Paris in der Galerie van Leer. Zusammen mit Miró entwirft Ernst Bühnendekorationen und Kostüme für Diaghilews Ballett "Romeo und Julia". Er lässt sich von Luise Straus scheiden.
1927 Es entstehen die "Visionen", die in der Grattage-Technik ausgeführt werden. Heirat mit Marie-Berthe Aurenche.
1928 Große Ausstellung in der Galerie Bernheim (Muschelblumen, Federblumen, Röhrenblumen)
1929–30 Veröffentlichung der beiden Collagen-Romane "La Femme 100 têtes" und "Rêve d'une petite fille qui voulut entrer au Carmel" im Verlag Le Carrefour. Loplop tritt zum ersten Mal auf.
1931 Ausstellung von Klebenbildern in den Galerien Pierre, Paris und Julien Levy, New York
1932–33 Ausstellung in der Galerie des Cahiers d'Arts. Max Ernsts Name erscheint auf der Liste der "Verfolgten des Naziregimes"
1934 Ein neuer Collagen-Roman "Une semaine de bonté" erscheint bei Jeanne Bucher. Ernst verbringt den Sommer mit Giacometti in Maloja und beginnt an Skulpturen zu arbeiten
1935–36 Ernst nimmt mit 46 Werken an der Ausstellung "Fantastic Art, Dada, Surrealism" im Museum of Modern Art in New York teil. Er versucht sich in der Decalcomaine-Technik. Trennung von Marie-Berthe Aurenche.
1937 Während seine Arbeiten in Deutschland von den Nazis konfisziert und auf der nationalsozialistischen Ausstellung "Entartete Kunst" diffamiert werden, wird ihm in Frankreich eine Sonderausgabe der "Cahiers d'Art" gewidmet: "Au delà de la peinture". Er entwirft Bühnendekorationen zum Schauspiel "Ubu Enchaîne" von Alfred Jarry. In London lernt er bei einer großen surrealistischen Ausstellung die Malerin Leonora Carrington kennen. Gemeinsam ziehen sie nach Saint-Martin-d'Ardèche bei Avignon.
1938 Er verlässt die Surrealistengruppe nach einem Boykottaufruf Bretons gegen Eluard, der KP- Mitglied geworden war.
1939 Bei Kriegsausbruch wird er zunächst im Gefängnis von Largentière, dann im Lager Les Milles bei Aix-en-Provence interniert. Auf Intervention von Paul Eluard wird Ernst zu Weihnachten aus dem Lager entlassen.
1940 Im Mai wird er erneut ins Gefängnis in Les Milles interniert. Ihm gelingt die Flucht nach Madrid.
1941 Er lernt die Kunstsammlerin Peggy Guggenheim kennen, die ihm die Überfahrt in die USA bezahlt und im Gegenzug einige Arbeiten von ihm erhält. Als Angehöriger der Feindsmacht wird er gleich nach seiner Ankunft erneut verhaftet, nach drei Tagen jedoch wieder entlassen. Kurze Zeit nach seiner Ankunft in New York heiratet er Peggy Guggenheim.
ab 1942 Ernst gibt mit anderen Exilanten die Zeitschrift "VVV" heraus, die zum Ausgangspunkt der surrealistischen Bewegung in den USA wird.
1943 Er lernt die amerikanische Malerin Dorothea Tanning kennen, zieht sich mit ihr auf eine Farm in Sedona, Arizona zurück und lässt sich von Peggy Guggenheim scheiden.
1945 Am 8. Mai, dem Tag des Zusammenbruchs des Deutschen Reiches, Eröffnung seiner Ausstellung bei Julien Levy in New York
1946 Ernst malt die "Mikroben", kleine Bilder, die von Gedichten begleitet werden und sieben Jahre später im Verlag "Cercle des Arts" erscheinen. Heirat mit Dorothea Tanning.
1947 In Sedona entstehen Wandreliefs und die Gartenplastik "Capricorn". Paul Eluard lässt sich von älteren Collagen Ernsts zu Prosagedichten inspirieren, die unter dem Titel "A l'interieur de la vue: huit poèmes visibles" bei Seghers in Paris erscheinen.
1948 Ausstellung "Beyond Painting" bei Knoedler in New York. Max Ernst wird amerikanischer Staatsbürger.
1950 Große Ausstellung der in Amerika entstandenen Werke in der Galerie René Drouin. Die Galerie La Hune gibt eine Retrospektive seines graphischen Werkes heraus.
1951 Aus Anlass seines 60. Geburtstags veranstalten seine Schwester und sein Schwager, Loni und Lothar Pretzell, eine große Ausstellung im Schloss seiner Geburtsstadt Brühl.
1952 Besuch von Tanguy und Kay Sage in Sedona. Ernst hält eine Vorlesungsreihe an der Universität von Hawaii. Große Ausstellung in der Contemporary Art Association in Houston.
1953 Er kehrt mit Dorothea Tanning nach Paris zurück. Retrospektive im Städtischen Casino von Knokke-le-Zoute. Ausstellung in der Galerie Der Spiegel in Köln. Der Verlag Beyeler in Basel bringt das "Schnabelpaar" heraus, ein Gedicht mit acht farbigen Radierungen.
1954 Auf der 27. Biennale von Venedig erhält Ernst den Großen Preis für Malerei.
1955 Übersiedlung nach Huismes bei Chinon in der Touraine. Antonin Artauds "Galapagos" erscheint mit Illustrationen von Max Ernst.
1956 Retrospektive in der Berner Kunsthalle und Ausstellung der Schriften und Graphiken im Museum und der Stadtbibliothek in Tours. Entwurf eines Brunnens für die Stadt Amboise.
1957 Max Ernst erhält den Großen Kunstpreis von Nordrhein-Westfalen. Ausstellung in der Galerie Iolas, New York. Ausstellung in der Galerie Creusevault in Paris. Patrick Waldbergs Biographie über Max Ernst erscheint bei J.J. Pauvert, Paris. Ernst wird französischer Staatsbürger.
1959 Retrospektive im Musée d'Art Moderne in Paris. Ernst erhält den Prix National des Arts et des Lettres.
1960 "Propos et présence" erscheint im Verlag Pierre Seghers in Paris.
1961 Ausstellung einer Werkauswahl im Museum of Modern Art in New York, in Chicago und London. Zwei weitere Ausstellungen in Paris: Die Galerie Le Pont des Arts zeigt die Goldschmiedearbeiten und die Galerie Le Point Cardinal das plastische Werk. In demselben Jahr verleiht die Stadt Köln Max Ernst die Stefan-Lochner-Medaille.
1962–63 Ausstellungen in der Galerie Iolas, New York, dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln und der Kunsthalle in Zürich. In Sedona bereitet Ernst einen Abdruck seiner Capricorn-Gruppe vor, der anschließend in der Galerie Iolas gezeigt wird. Die Kölner Galerie Der Spiegel bringt "Les Malheurs des immortels" in deutscher Übersetzung heraus.
1964 Die "Maximiliana oder die widerrechtliche Ausübung der Astronomie" entsteht, eine Sammlung von Geheimschriften und Radierungen, die dem Leben und Werk des verkannten Astronomen und Dichters Wilhelm Leberecht Tempel gewidmet sind. Die Galerie Le Pont des Arts zeigt "Les chiens ont soif", eine Mappe mit Lithographien und einem Text von Jacques Prévert. Ausstellung von Skulpturen im Musée Grimaldi in Antibes. Ausstellung von "22 Mikroben" in der Galerie Der Spiegel. Niederlassung mit Dorothea Tanning in Seillans in Südfrankreich. Ernst erhält das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und den Lichtwark-Preis der Stadt Hamburg.
1965 Ernst erstellt eine Serie von Bildcollagen, die in der Galerie Iolas ausgestellt werden: "Le Musée de l'homme, suivi de la Pêche au Soleil levant". Ausstellung in der Hannover Gallery in London.
1966 Ausstellungen im Jewish Museum in New York, in der Galerie Alphonse Chave in Vence und im Palazzo Grassi in Venedig. Illustrationen für Lewis Carrolls "Logique sans peine" (Hermann, Paris).
1967 Ausstellung "Le Néant et son double" in der Galerie Iolas. Der Verlag Le Point Cardinal veröffentlicht die "Paramythes", eine Sammlung von Collagen und Gedichten. Ausstellung "Schriften und Graphik" in Prag, Worpswede und Hamburg.
1968 Ausstellung "Déchets d'atelier, Lueurs de génie" in der Galerie Alphonse Chave in Vence. Bühnendekorationen für das Ballett "Turangalila" von Olivier Messiaen und Roland Petit, das In der Pariser Oper uraufgeführt wird.
1969 "Journal d'un austronaute milléntaire" in der Galerie Iolas. André-François Petit zeigt die Wandmalereien aus dem Hause Eluards in Eaubonne, die er retten konnte. Die Galerie Le Pont des Arts gibt "Dent prompte" heraus, Gedichte von René Char mit Farbtafeln von Max Ernst. Retrospektive im Moderna Museet in Stockholm.
1970 Veröffentlichung der "Ecritures" und Ausstellung in der Galerie La Hune. Ausstellung von Bildern aus der Sammlung de Menil in der Hamburger Kunsthalle. Retrospektive im Würtembergischen Kunstverein, Stuttgart. Ernst widmet sich ab jetzt fast ausschließlich der Graphik.
1971 Lucie Weill veröffentlicht Patrick Waldbergs "Aux petits agneaux", 19 Originallithographien. Große Max Ernst-Ausstellung in der Kunsthalle Köln.
1972 Ausstellung der Graphiken im Goethe-Institut in Rom.
1975 Umfassendste Max Ernst-Ausstellung zu seinen Lebzeiten im Guggenheim Museum, New York, die anschließend auch im Pariser Grand Palais gezeigt wird. Nach einem Schlaganfall im Mai ist Ernst elf Monate bettlägerig.
1976 Max Ernst stirbt in der Nacht zu seinem 85. Geburtstag in Paris.